Closet Diary mit Ewelina Smarz, Gründerin von evyinit

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Wir haben Lust auf Sommer, heiße Tage, bunte Farben und kühle Eiscreme. Nuancen von Pistazie, Sonnengelb und Flieder ziehen sich durch das Closet Diary von Ewelina. Auch wenn ihre Strickpullover zu kuscheligen Couchtagen einladen, sehen wir uns bei ihrem Anblick nach einem Urlaub zu Hause.

Mit ihrem familiengeführten Label evyinit schafft sie seit 2012 handgemachte High-End Strickwaren aus Deutschland. Nachdem ihre Mutter ein Jahr zuvor das erste Sample strickte, wurde Ewelina darauf immer wieder angesprochen und sie beschloss kurzerhand, ihr eigenes Business darauf aufzubauen. Wir sind ganz verliebt und hoffen, euch gefällt der lässige Style der Power-Frau genauso gut wie uns.

Ewelina Smarz (@ewelina.teresa) auf Instagram:

MONTAG

Evyinit habe ich vor acht Jahren gegründet. Wir sind ein Familienunternehmen und stellen Grobstrick-Pullover aus Merinowolle her, die wir in Deutschland, aber auch weltweit vertreiben. Wir produzieren nicht auf Masse, sondern stricken nur nach Bestellung unserer Kunden und für den Bestand unseres Onlinestores. Mittlerweile haben wir einen treuen Kundenstamm mit immer wiederkehrenden Stores. 80-90% unseres Vertriebs erfolgt B2B, Corona hat uns jedoch eine erhöhte B2C Abnahme gebracht. Unsere Vertriebskanäle sind: Messe, Vertriebsagenturen, mit denen wir seit einem Jahr zusammenarbeiten und natürlich der Online Store.

Da ich das Unternehmen eigenständig leite, kann ich selbst entscheiden, wann und wie ich arbeite. Vor Corona hatte ich einen sehr hohen Workload; das war emotional manchmal sehr belastend. Der Shutdown hat meine tägliche Routine sehr entschleunigt.

In der Regel stehe ich zwischen 9:00 Uhr und 10:00 Uhr auf, trinke erst einmal einen Kaffee, frühstücke, mache einen Spaziergang und starte dann in den Tag. Diesen Montag starte ich etwas langsamer aus dem Homeoffice. Eine meiner heutigen Tagesaufgaben ist es, mich auf ein Interview mit der Redaktion der Maxi vorzubereiten. Das ist am Mittwoch geplant. Ansonsten beschäftige ich mich mit den Dingen, die zu meiner alltäglichen Routine gehören wie Rechnungen, Buchungen, etc.

Dabei verbringe ich den gesamten Tag zuhause und wechsle von meinem Pyjama in einen unserer neuen Pullover. Es passiert nur selten, dass ich einen Pullover für mich übrig habe, weil alle aufgrund der hohen Nachfrage grundsätzlich immer vergriffen sind. Einen mintfarbenen Oversize-Pullover (Modell: Loretta siehe Foto) ist mein absolutes Lieblingsstück der aktuellen Kollektion. 

Pullover: Loretta von evyinit (ähnlich hier und hier)

DIENSTAG

Nachdem der Montag sehr gemütlich verlaufen ist, starte ich den Dienstag etwas dynamischer und gehe erst einmal eine Runde joggen. Danach mache ich mich auf den Weg, um mich nach neuem Material für unser neu hinzugenommenes Produkt umzuschauen. Wir haben in der der Corona-Krise unser Sortiment um selbstgenähte Masken erweitert. Unsere ersten Modelle werden bereits in einzelnen Stores in Hamburg und auf Norderney verkauft. Solange die Nachfrage noch gegeben ist, schaue ich immer wieder, was es für spannende neue Stoffe für die Masken gibt.

Für diesen Tag, den ich abwechselnd im Auto und in Stores verbringe, trage ich eine Shorts von Zara, eine Neopren-Jacke von Weekday, meine Lieblings-Flyknit, die ich für 60 USD in Florida im Outlet gekauft habe und mein wichtigstes Essential – meine Prada Ledertasche, die man in der Form eigentlich nur als Rucksack kennt.

Shorts: Zara (ähnlich hier), Tasche: Prada, Sneaker: Nike Flyknit

MITTWOCH

Heute ist mein Interview für die Maxi und ich bin somit – bis auf einen kleinen, kurzen Spaziergang, größtenteils zu Hause. Dafür trage ich eine lockere, weiße Zara Hose, Converse und einen unserer neuen V-Neck-Pullover. Auch den habe ich mir gegönnt – sehr wahrscheinlich werde ich diesen allerdings auch wieder abtreten müssen…

Auf dem Bild ist mein Alltagsschmuck gut zu erkennen. Die drei Goldketten trage ich einfach 24/7. Die kurze hat mir meine Mutter in Lyon gekauft, die mittellange hat einen Anhänger mit einem mittlerweile sehr bekannten Symbol, den ich in Polen gekauft habe. Den Gleichen trage ich auch als Ohrring. Die lange Kette ist ebenfalls aus Polen und der Anhänger ist wieder rum aus Lourdes. Ich mag christliche Symbole, was mit meinem polnischen Hintergrund zu tun hat.

Früher war dies eher altbacken, heute ist es modern – lucky me! Mein Schmuck besteht ansonsten noch aus einer Vintage Junghans Uhr, einem Siegelring aus 18 Karat Gold, den ich mir in Neapel – ganz im Mafiastil – gekauft habe und 2 Diamantenringen, die ich geerbt habe. Mein Schmuck hat für mich einen starken, emotionalen Wert, mit dem ich etwas verbinde und der mich durch jeden Tag begleitet. Für mich persönlich kommt Modeschmuck nicht in Frage, da ich grundsätzlich für Dinge bin, die nicht allzu schnell ausgetauscht werden müssen und nachhaltig sind. Das ist ja auch das Prinzip unserer Pullover.

Pullover: Classic Sweater V-Neck von evyinit (ähnlich hier), Hose: Zara (ähnlich hier), Sneaker: Converse, Uhr: Junghans (ähnlich hier), Schmuck: Vintage oder Familienerbstücke (ähnlich hier und hier)

DONNERSTAG

Diese Woche habe ich ein Shooting in der Pension Funk am Kurfürstendamm. Im Februar sollte ich eigentlich zwei Monate auf Bali verbringen und hatte dort mehrere kleine Shootings der neuen Kollektion geplant. So etwas machen wir in der Regel jedes Jahr mit meiner Fotografin aus L.A. und normalerweise in New York. Aufgrund von Corona wurde meine Reise allerdings storniert und somit auch unser Shooting-Vorhaben.

An diesem Tag brauche ich etwas Bequemes. Hierzu trage ich eine hochgeschnittene Jeans, die ich mir in Tokio gekauft habe, als ich 2018 dort auf der Messe ausgestellt habe, ein Longsleeve von Zara und eine Fleecejacke. Meine Tasche ist von unserer letzten Herbst-Kooperation mit Yumiko, einem Ballettstore, den es in Berlin, New York und Tokyo gibt. Marc und Yumiko haben sich individuelle Produkte von uns gewünscht. Dabei entstand auch diese Tasche, die zu jedem Produkt dazugegeben wurde.

Jacke: Zara (ähnlich hier), Longsleeve: Zara (ähnlich hier), Hose: Souvenir aus Tokyo (ähnlich hier), Tasche: evyinit X Yumiko (ähnlich hier), Schuhe: Nike React

FREITAG

Diese Woche ist es endlich soweit – Business-Meetings im Soho House sind wieder möglich. Ich treffe dort meine PR-Managerin Nadine Bauer, mit der ich auch gut befreundet bin, um das nächste Quartal zu planen und trage zu dieser Gelegenheit meinen neuen Zara Anzug.

Noch nie war ich ein Fan der Farbe Braun. Als ich diesen Anzug allerdings letztens entdeckt habe, habe ich mich auf Anhieb schockverliebt. Mit Asics Turnschuhen finde ich den Look auch ideal „down-gedresssed“. Der Hingucker des Outfits ist meine Proenza Schouler Tasche, die ich von meinem Praktikum 2015 bei dem Label in New York mitgebracht habe.

Anzug: Zara (ähnlich hier und hier), Tasche: Proenza Schouler (ähnlich hier)Brille: Vintage (ähnlich hier), Schuhe: Reebok Aztrek 96

SAMSTAG

Einkaufen und Dinge erledigen ist am Samstag zwar sehr anstrengend, da mir am Wochenende zu viele Menschen in der Stadt sind, aber ich habe es während der Woche nicht geschafft und muss jetzt durch – am liebsten natürlich gemütlich und casual. Ich trage einen ¾ Rock, eine Oversize-Bluse von H&M Trend, meine limitierten Lieblings-Sneakers von Nike und eine Louis Vuitton Tasche. Mein Lieblings-Accessoire für jeden „Bad Hair Day“ ist meine NY Yankees Kappe. Sie rundet das Outfit perfekt ab und setzt einen sportlichen Akzent.  

Bluse: H&M, Rock: H&M, Sneaker: Nike React, Tasche: Louis Vuitton, Kappe: Souvenir (ähnlich hier)

SONNTAG

Früher mochte ich Sonntage nicht. Ich wusste nicht so recht, was ich mit mir anfangen soll. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass ich lange und ausgiebige Spaziergänge im Grunewald hervorragend finde. Meistens mache ich sie alleine, um Dinge von der vorherigen Woche in meinem Kopf zu sortieren und meine Aufgaben für die kommende Woche durchzugehen: In dem Fall die neue Kollektion, die spätestens Juni/Juli an die Agenturen gehen muss.

Sonntags trage ich am liebsten eine meiner vielen Jogginghosen und einen Hoodie. Fälschlicherweise werde ich in dem Outfit oft für eine Hip-Hop-Liebhaberin gehalten. Allerdings höre ich eher 80er-Jahre-Musik. Schuhe und Jacke sind aus einem Vintage-Laden in Charlottenburg. Mein Hoddie ist ein Mitbringsel von der Uni Kapstadt. Accessoires wie Unterwäsche und Socken kaufe ich immer im Ausland. Ob das so schnell wieder möglich sein wird, weiß ich nicht…

Jacke: Vintage (ähnlich hier), Hoodie: Souvenir (ähnlich hier), Jogginghose: Nike, Schuhe: Nike 1994 Vintage

Einleitung von Sarah Luisa Kuhlewind.  

Bilder via Ewelina Smarz von Ava Pivot.

Kommentare

  1. Ich hätte eine ganz doofe Frage, die mit Ewelina nichts zu tun hat: Kennt Ihr wirklich GAR keine Frauen, die nicht weiß sind und/oder ein, zwei, drei Kleidergrößen über 36 tragen & an diesem Format gerne teilnehmen würden? Daran dass es gerade in Berlin keine von ihnen gibt, kann es ja nicht liegen.

    • Liebe Julia, in diesem Format haben wir in all den Jahren von Beginn an alles gezeigt. Alle Kleidergrößen, alle Hautfarben. ABER du hast total recht, dass die weisse Frau mit kleinerer Kleidergröße im Durchschnitt häufiger vorkommt. Wir arbeiten daher schon länger an einer besseren Abwechslung! Lieben Dank für dein Feedback.

      • Julia Gabel sagte am

        Hi Jessie, danke für Deine Antwort, aber wenn Ihr „von Beginn an alles gezeigt“ hättet, würde ich mir nicht die Mühe machen zu kommentieren. Allein dieses Jahr habt Ihr zum Beispiel so um die zwanzig Frauen in diesem Format präsentiert. Alle diese zwanzig Frauen waren Weiß. Eine trug eine Kleidergröße, die mit viel gutem Willen als „Plus Size“ bezeichnet werden könnte. Aber auch nur im Vergleich zu den anderen präsentierten Damen. Journelles hat seine Zielgruppe scheinbar fest im Blick & diese schließt mehr Frauen aus als ein. Just Food for thought.

  2. Ein sehr sympathisches Closet Diary, Ewelina macht das ganz hervorragend. Ihr Samstagsoutfit gefiel mir am Besten. Und ich schließe mich Julia an, etwas mehr Vielfalt bei den Kleidergrößen wäre phantastisch.
    Nicole

  3. Ich finde die Pullover wirklich schön, die nachhaltige Idee dahinter… Sachen lange tragen, Schmuck etc. wertschätzen…. ich verstehe dabei aber nicht, wieso dann doch so viel Zara getragen wird.

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