Closet Diary mit Mira Wiesinger, Autorin und Journalistin

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Wer kann sich noch an das erste Closet Diary von Mira Wiesinger erinnern? Uns ist die Berlinerin jedenfalls im Gedächtnis geblieben! Und weil das Ganze ja auch schon wieder zwei Jahre her ist, versorgt uns die Journalistin diesmal mit Schwangerschaftslooks, denn die 36-Jährige ist zum zweiten Mal schwanger. Herzlich Glückwunsch an dieser Stelle!

Was ihr sonst noch über Mira und ihren Stil wissen solltet? Das erzählt sie euch einfach selbst:

Mira (@mirawiesinger) auf Instagram:

Ich bin eine Schatzjägerin! Ich suche überall: auf Flohmärkten, in Secondhand- und Second-Season-Läden, auf Ebay, in der H&M Trend-Abteilung, bei Chanel (oje, zu oft bei Chanel), in Onlineshops, bei TK-Maxx und im Schmuckkästchen meiner Mutter. Ich bin kein Freund von Total-Looks, selbst wenn ich sie mir leisten könnte (als Journalistin/Autorin kann es aber nicht, liebe Leute. Das muss sich ändern).

Ein guter Look besteht für mich aus Vintage, irgendwas Erschwinglichem und den echten Teilen (meist Designerstücke). In der Regel gebe ich viel mehr Geld für gute Accessoires, Schuhe und Schmuck (oh, Gott, für Schmuck!) als für Kleider aus. Weil ich bequem veranlagt bin (ich bin Wassermann, der seine Faulheit durch Kreativität wettmacht), trage ich gerne Sweatshirts und Sneaker. Weil das oft, nennen wir es mal, mau aussieht, habe ich eine beachtliche Sammlung an Chanel-Schmuck aus den 80er-Jahren angehäuft, weil der mit seiner Over-the-top-Manier aus jedem faden Outfit einen Million-Dollar-Look zaubert.

Ich liebe es, wie eine „gemachte Frau“ auszusehen, so eine wie Casey Tcholok aus der US-Fernsehtrilogie „Noble House“ (1988). Deshalb sind Lackstiefel genauso okay wie Goldknöpfe und Seidentücher. Aber aufgepasst: Schnell wird man ein Klischee seiner selbst, wenn man es nicht bricht. Zum Beispiel mit einem Bart Simpson-T-Shirt. Oder mit Rollschuhen. Ansonsten darf es in Sachen Mode keine Regeln geben. Einladungen hingegen schon. Etwa diese: Mode ist das Spiel mit der Illusion. Und jeder, der ausreichend Fantasie besitzt, darf mitspielen. Lasst uns unbedingt alle mehr spielen!

Wie hat sich dein Stil verändert?

Gar nicht! Ich habe mich von keinem einzigen Teil von damals getrennt und trage jedes einzelne immer noch überaus gern (oder würde es immerhin, wenn ich nur reinpasste!). Der einzige Verlierer: Die Netzstrumpfhose. Sie ist kaputt gegangen (war aber bereits eine aus recyceltem Material). Ich würde sagen: volle Punktzahl in Sachen Nachhaltigkeit!

Was würdest du von "damals" genauso tragen? Und was nicht mehr?

Ich liebe nach wie vor Label-Clash, die Chanel-Brosche über der Adidas-Krone – das finde ich galaktisch gut. Apropos Galaxie: Ich mag auch den Planeten-Rock von Isabel Markant immer noch sehr. Da er einen Tunnelzug hat, konnte ich ihn auch in der Schwangerschaft wunderbar tragen. In letzter Zeit wenig zum Einsatz hingegen kamen die schwarzen Leder-Converse „Chucks“. Eigentlich habe ich per se nichts gegen sie, aber irgendwie lande ich dann doch immer eher bei dem selben Modell aus weißem Canvas. Obwohl die irre abgelatscht sind. Und deshalb vielleicht auch einfach authentischer. Es gibt wenig Schuhe die wie Wein mit fortschreitendem Alter gewinnen: „Chucks“ und „Docs“ gehören auf jeden Fall dazu.

Falls es einen Look gibt, der dir nicht gefällt, wie würdest du ihn "umstylen", um ihn heute anzuziehen?

Statt den Lackstiefeln vom Freitag vielleicht einfach ein Paar grelle Sneaker? Oder derbe Biker-Boots!

Miras Closet Diary vor zwei Jahren.

Welcher Look gefällt dir aus deinem Closet Diary am meisten und wieso?

Mir gefällt der Mittwochs-Look. Dieser Rock geht im Sommer wie im Winter, ich mag es, seinen Hippie-Charme und die fluide Silhouette mit den strengen Reitstiefeln zu brechen. Die Lederjacke gibt dem Look eine gewisse Coolness, die von der madamigen Chanel-Tasche samt trutschigem Seidentüchlein sofort wieder ad absurdum geführt wird – mehr Stilbruch geht eigentlich gar nicht, und doch ist alles in perfekter Harmonie. Zumindest für meinen Geschmack.

MONTAG

Ich habe Herzrasen. Das ist in der Schwangerschaft nichts Ungewöhnliches. Aber: Da ich erstens Privatpatientin und zweitens mit einem Juristen verheiratet bin, führt man bei mir in der Regel gern ALLE erdenklichen Untersuchungen durch, um auszuschließen, dass es am Ende nicht vielleicht doch irgendeine Art von „Irgendetwas“ ist. Und natürlich, um Geld zu verdienen. Um diese Erkenntnis reicher, gehe ich heute zwar zum Kardiologen, lehne dann aber freundlich ab, als man mir sofort ein Langzeit-EKG verordnen will (obwohl das normale EKG und der Ultraschall komplett unauffällig sind). Ab und zu sollten wir uns einfach alle etwas locker machen.

Und genau diese Gelassenheit möchte auch mein Outfit transportieren. Mit dem „Wunder Mom“-T-Shirt klopfe ich mir quasi selbst auf die Schulter und auch meine Ohrringe nehmen das Thema spielerisch auf: Sie wollen Brüste darstellen und stehen im übertragenen Sinn für Girl Power. Auch unten rum geht es entspannt zu: Zur weiten Strickhose mit Gummizug kombiniere ich hellblaue Sneaker. Take ist easy – genau das möchte mein Outfit mir heute vermitteln. Es hat Erfolg dabei.

Mantel: Agnona (ähnlich hier), T-Shirt: Gibt es im Wunderhaus in Berlin, Hose: Ivy & OakSneaker: AdidasRucksack: Burberry (ähnlich hier), Ohrringe: Womom

DIENSTAG

Andere werdende Mütter gehen genau jetzt in den Mutterschutz. Und ich? Ich nehme einen riesigen Job an. Und zwei kleinere obendrein. Weshalb ich so etwas tue? In der 34. Schwangerschaftswoche?! Tja, ich bin eben selbstständig (das Wort ständig steckt da nun mal drin). Zusätzlich gilt es noch ein Event vorzubereiten. Ich habe im vergangenen Jahr ein Buch über Schmuck geschrieben, was nun endlich erscheint und gefeiert werden will! Es ist wichtig, sich für getane Arbeit zu belohnen.

Und doch bin ich müde, der Computer macht Zicken und das Baby hat offenbar Gefallen daran gefunden, mit seinen Füßen in meinen Magen zu treten. Ich entschließe mich also, vorerst zu Hause und im Bademantel zu bleiben. Um die Mittagszeit ziehe ich mich doch noch an. Die Wahl meines T-Shirts verrät einiges über meine Laune, die Augenringe noch mehr über meinen Zustand. Zum Glück kann ich aber im Gegensatz zu der Dame auf dem Gemälde eine Sonnenbrille tragen. Und tue das auch. Außerdem lege ich mir als Ablenkungsmanöver eine große Kette um den Hals.

Von Bill Kaulitz habe ich gelernt, dass man sich gerade an schlechten Tagen Mühe mit dem Outfit geben sollte. Wenn Bill sich unwohl fühlt – das war eine seiner lehrreichen Style-Lektionen –, greift er nicht zu Kapuzenpulli und Schlabberhose (oder wie ich zum Bademantel), sondern er trägt etwas Steifes, etwas Förmliches, etwas, das ihn zur Haltung zwingt. Danke Bill! Wirklich! Mit Dir über Mode und Schmuck zu sprechen, war definitiv erhellend und privat wie beruflich ein Highlight für mich. Ihr wollt auch erleuchtet werden? Dann bitte hier klicken!

Mantel: H&M (ähnlich hier), T-Shirt: Lauren Moshi (ähnlich hier), Rock: American Apparel (ähnlich hier), Stiefel: Saint Laurent (ähnlich hier), Rucksack: Burberry (ähnlich hier)Brille: MykitaKette: Vintage Chanel, Ringe: Marie-Hélène de TaillacBademantel: vom Mann geklaut

MITTWOCH

vor zwei Jahren

heute

Gut aufgepasst! Die aufmerksame Journelles-Leserin erkennt dieses Kleid natürlich sofort. Ich hatte es Euch 2017 bereits in meinem Closet Diary als so genanntes „Life Saver Dress“ angepriesen. Daran hat sich nichts geändert. Nur das eine: Ich liebe es seither noch viel mehr. Denn nicht nur passt es fabelhaft zu fast jeder Gelegenheit (heute trage ich es zum Beispiel zu einem Frauen-Netzwerk-Dings von HER Europe), sondern auch ein dicker Bauch hinein. Wirklich! Für dieses Kleid braucht es weder so etwas wie eine Figur noch aufregende Accessoires (dem angriffslustigen Muster sei Dank).

Ich wähle also fast alles in Schwarz. Und kombiniere dazu meine „Schwangerschafts-Heels“. Zum großen Unbehagen meines Mannes habe ich die Plateau-Sandalen gleich in zwei Farben angeschafft, wohl wissend, dass es sich bei diesen Schuhen um ultimative „Man Repeller“ handelt. Er hat dabei aber natürlich auch den stetig schwinden Platz im Flur sowie meinen instabilen Kontostand im Auge. Aber: Ich kenne wirklich keine Frau, die sich für ihren (beziehungsweise irgendeinen!) Mann anziehen oder rational wie einer einkaufen würde. Meine Tochter findet die Schuhe übrigens „nicht so schlimm“. Ich werte das mal als positiv.

Als Schwangere – davon bin ich überzeugt – sollte man ein wenig kompensieren dürfen. Für Sodbrennen, Cellulite, Besenreißer und andere nicht erstrebenswerte Dinge, die ich euch an dieser Stelle ersparen möchte. Schonen möchte ich unterdessen aber auch meinen Mann: Meine Freundin Lorraine (auf dem Foto ganz in Weiß, mit ähnlichem Schuhwerk ausgerüstet) rät mir nämlich: „Zieh die Dinger doch mal mit Socken an“. Ich habe bislang in Hinblick auf seine Gefühle rücksichtsvoll davon abgesehen. Noch!

Kleid: Isabel Marant (ähnlich hier), Schuhe: Marni (ähnlich hier), Tasche: „Trio“ von CélineSonnenbrille: Saint LaurentKette: Sydney EvanOhrringe: Maria Black

DONNERSTAG

„When life throws you compression stockings, pull off the school-girl look and roll with it“, poste ich an diesem Tag auf Instagram. Und finde mich mal ausgesprochen geistreich. Weil Schwangere oft zu Krampfadern neigen, wurden mir vorsichtshalber Kompressionsstrümpfe verordnet, vor denen ich mich nun den ganzen Sommer lang gedrückt habe. Seit es aber herbstlicher geworden ist, erkenne ich nun ihr wirkliches Potential und traue mich dank ihnen etwas, das ich mich in meinem ganzen Leben noch nicht gewagt, jedoch heimlich davon geträumt habe: den Schulmädchen-Look.

Ich kombiniere also ein kurzes Röckchen dazu und einen Männerblazer mit Goldknöpfen sowie eine klassische Handtasche, Samtschuhe und eine rote Herzchen-Sonnenbrille: Voilà! Ich fühle mich zwanzig Jahre jünger und wie aus einem Musikvideo von Britney Spears.

Der Look beschwingt mich dermaßen, dass mir das volle Tagesprogramm trotz meiner fortgeschrittenen Schwangerschaft plötzlich leicht zu bewältigen erscheint. Ich habe verschiedene Termine an verschiedenen Enden der Stadt und schöpfe mein gesamtes Talent als Rennfahrerin aus. Außerdem bekomme ich dank eines fabelhaften „Pampering“-Events eine neue Pediküre, für die ich spontan sogar meinen Schulmädchen-Look wieder aufgebe. Das ist okay so, es macht Spaß auch mal zeitweise in eine Rolle zu schlüpfen.

Am Nachmittag muss ich sowieso wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: Tochter von der Schule abholen, durch die Waschanlage fahren, Lebensmittel einkaufen. Am Ende lautet mein Lebensmotto dann eben doch nicht „Back to school“, sondern „back to reality“. Ich kann sehr gut damit leben.

Jacke: Vintage, Top und Rock: Cecilie Copenhagen (als Kleid hier), Strümpfe: Sanitätshaus, Schuhe: Laurence Dacade (in grün), Tasche: Saint Laurent (ähnlich hier), Brille: Miu Miu (ähnlich hier), Armband (schwarz): Pascale Monvoisin (ähnlich hier), Ringe: Cada (Om-Zeichen) und Anabela Chan (Katzenohren)

FREITAG

Noch vor einigen Jahren habe ich behauptet, die Farbe der Hoffnung sei eine, die ich in meinem Kleiderschrank komplett ausklammern könnte. Übrigens nur noch übertroffen von Senfgelb – „das steht wirklich niemandem, es sei denn, Du bist ein Würstchen“, hat glaube ich Inès de la Fressange mal gesagt. Doch mehr und mehr komme ich zu der Feststellung: Grün, das ist keine so schlechte Angelegenheit.

Und genauso unverhofft, wie ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin, kam auch das grüne Strickkleid zu mir. Eine Nachbarin hatte es mir nebst ein paar anderer schwangerschaftstauglicher Teile neulich vorbeigebracht. Ich nahm das Ding zunächst aus purer Höflichkeit, in Ermangelung an Alternativen und zunehmender Frustration ob der immer geringer werdenden Auswahl ziehe ich es dann aber doch spontan mal über. Und bin positiv überrascht: Wie eine weiche Wurstpelle (um im Bild zu bleiben) schmiegt es sich an, kratzt und kneift nicht (was wichtig ist bei der momentan hochsensiblen Haut) und gibt mir das Gefühl, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.

Das passt mir im doppelten Wortsinn ganz besonders. Ich habe nämlich verschiedene Termine und Einladungen. Weil ich im Gegensatz zum Kleid nicht mehr ganz so geschmeidig unterwegs bin, nehme ich ausnahmsweise mal wieder das Auto und komme auch hier dank der Farbe Grün überall schnell und gut an. So übrigens auch mein Outfit. Ich heimse das ein und das andere Kompliment ein, freue mich darüber und muss einem Sprichwort Recht geben: Unverhofft kommt eben oft.

Mantel: Agnona (ähnlich hier), Kleid: FFC (ähnlich hier), Sneaker: Nike (ähnlich hier), Tasche: „Classic“ von CélineArmbänder: Vintage (Bangle gold), Tiffany (Bangle silber), Gigi Hadid x Messika (feines Band), Ringe: Cartier (Memory Ring), Sophie Bille Brahe (Doppelring), Niessing (Ring mit Kugel), Kette: Sydney Evan (Peace-Anhänger), Ohrring: Vintage (von Mama)

SAMSTAG

Was ein mintgrünes Kleid mit meinem Selbstbewusstsein zu tun hat? Viel! Denn mit diesem Kleid setze ich mich nun schon seit drei Jahren selbstsicher über die Meinung Anderer hinweg. Mein Mann hasst das Kleid (weit, wallend, wenig sexy), meine Tochter hat sogar Angst davor, es eines Tages zu erben (übrigens genau wie vor meiner „Velocite“ Biker Jacke von Acne) und ein Freund von uns fragte mich neulich, wo ich denn eigentlich meinen Besen gelassen hätte, als ich es trug (Ihr wisst schon, von wegen Hexe…). Mir egal! Ich mag das Kleid und schätze seinen weiten Schnitt seit meiner Schwangerschaft noch viel mehr.

Was ich dazu kombiniere? Gute Energie! Kein Scherz: Mein Schal ist ein so genanntes Meditationstuch, dass meine Freundin Leonie mir ausgeliehen hat – allein das fühlt sich gut an, wir sollten alle viel mehr tauschen und/oder uns gegenseitig ausleihen. Wer teilt, hat nämlich nicht immer automatisch weniger (das gilt übrigens für alle Lebensbereiche). Sie hat das Tuch selbst entworfen und mit der Energie des aufgestiegenen Meisters „El Morya“ angereichert. Was das Lichtwesen kann? Er soll (ha!) das Vertrauen in die eigene Kraft und unsere Intuition stärken. Und genau das steht heute auf meiner Agenda.

Ich bin zum ersten „Brunch Club“ von Journelles und She’s Mercedes eingeladen. Worum es hier geht? Um Mütter. Und Frauen. Um Beruf. Um gegenseitigen Support. Ums Vernetzen. Seitdem ich komplett in die Selbstständigkeit gewechselt bin (und davor zehn Jahre lang in einem Testosteron gesteuerten Laden gearbeitet habe), habe ich gelernt, dass es viel mehr Sinn macht, statt der Ellenbogen die Hand auszustrecken. Und die Fühler. Ich habe mir ein ganz neues Netzwerk aufgebaut, das fast ausschließlich aus kreativen Frauen und Müttern besteht. Hier hilft man sich untereinander, wenn man es kann. Hier kann man sich aber auch einfach mal austauschen (ja, auch über die weniger schönen Dinge, die man in den sozialen Netzwerken eben doch nicht so gerne teilt). Ohne Zwang. Ohne Konkurrenz. Ohne sich profilieren oder für Schwächen schämen zu müssen. Sharing is caring – das gilt eben nicht nur für Kleider.

Mantel: Agnona (ähnlich hier), Kleid: H&M Trend (ähnlich hier), Sandalen: ChanelTasche: Céline, Halstuch: Maati MaatiSonnenbrille: Ray-BanKetten und Armband: selbst gemacht von meiner Tochter und von mir, Bronze-Bangle: Warinka von Saucken

SONNTAG

Ob ich nicht langsam mal lieber die Füße hochlegen würde? Klar! Am liebsten jeden und den ganzen Tag. Aber dann denke ich immer an einen Satz, den mein Vater gern sagt: „Je länger ich lag, desto fauler ich ward“. Und an den von mir sehr geschätzten Justus Jonas von den Drei ???. In der Folge „Dunkle Vergangenheit“ sagt er: „In Maßen spricht sicher nichts gegen Untätigkeit. Aber man sollte seine grauen Zellen immer auf einem gewissen Aktivitätsniveau halten. Wie seine Muskeln. Ansonsten kostet es unverhältnismäßig viel Zeit und Mühe sie wieder auf Vordermann zu bringen.“ Wie so oft, hat er natürlich recht.

Wenn ich mich nicht ständig selbst anschubsen und bisweilen zwingen würde, aktiv zu bleiben, mein Kreislauf wäre aus dem Keller nicht mehr raus und ich von der Couch nicht mehr runter zu bekommen. Das Wochenende ist natürlich besonders verführerisch, mal Fünfe gerade sein zu lassen. Damit der innere Schweinehund nicht die Oberhand gewinnt, gehe ich neben Dienstag und Donnerstag oft sonntags zum Yoga. So lange ich in Bewegung bleibe, geht es mir gut.

Außerdem fahre ich Fahrrad. Was ich dabei höre? „Work It“ von Marie Davidson, im Soulwax Remix natürlich (soll ja DER Remix des Jahres sein). Bei Text und Beat kommt die Motivation quasi von allein. Quasi als Kraftverstärker wirken aber auch schöne Utensilien wie eine hübsche Matte oder Yoga-Tasche. Outfittechnisch wird es hingegen langsam schwierig. Ich würde euch an dieser Stelle wahnsinnig gern meine (wirklich beeindruckende) Sammlung an Yoga Leggings präsentieren. Einziges Problem: Ich passe nicht mehr rein. Und so trage ich rege eine Leggings aus der Mama-Abteilung – meine einzige Anschaffung aus der Umstandsmodenecke übrigens. Ja, da bin ich ein bisschen stolz drauf, denn auch hier kommt mein Papa wieder ins Spiel: Ich bin ja auch zur Hälfte Schwäbin und hasse es, Geld für etwas auszugeben, dessen Lebensdauer von Anfang an begrenzt ist.

Außerdem habe ich herausgefunden, dass es für Schwangere ratsam ist, sich komplett in Schwarz zu hüllen. Klar, auch, weil es dünner macht. Aber es hat noch einen zweiten Vorteil: Ich fühle mich dann wie ein wendiger Ninja, was offenbar verborgene Kräfte in mir aktiviert und mich hin und wieder dazu verleitet, auch mal drei Stufen auf einmal zu nehmen (selbstverständlich nur abwärts). Treppauf wird aus dem Ninja dann ganz schnell wieder eine Wilmersdorfer Witwe. Letzteres bin ich glücklicherweise nicht. Hier wohnen und jeden Tag wie eine Oma in den fünften Stock kriechen tue ich aber wirklich.

Hoodie: House of DagmarYoga-Top: Ognx (ähnlich hier), Leggins: H&M MamaSneaker: Nike (ähnlich hier), Yoga-Tasche: Maati MaatiYoga-Matte: PranaArmband: Gigi Hadid x Messika

Einleitung von Kira Rosenkranz

Kommentare

  1. Ich freue mich jeden Montag heimlich im Büro das neue Closet Diary zu lesen! 🙂 Vielen Dank für die tollen Fraun, die ihr hie rimmer vorstellt. Mein Traum ist es eines Tages selbst mal ein Closet Diary zu begleiten!!

    Viele liebe Grüße nach Berlin und bloß nicht aufhören so tolle Artikel zu schreiben 😉
    Luisa

  2. Wow! Tolle Klamotten, schöne Frau (was für Haare), unterhaltsamer Text und ein klasse Stil in beiden Closet Diaries – irgendwelche Tipps, wo man am besten Stücke für die eigene, noch nicht existierende Vintage-Chanel-Schmucksammlung erstehen könnte?
    Alles Gute für die restliche Schwangerschaft und liebe Grüße, Sophie

    • Liebe Sophie,

      herzlichen Dank für das schöne Kompliment und die lieben Zeilen. Schönen Vintage-Chanel-Schmuck findest Du online auf Rebelle oder Vestiaire Collective. Ich suche aber auch regelmäßig in Vintage-Geschäften Wie zum Beispiel Rianna in Berlin. Wenn Du tiefer ins Thema einsteigen magst, und lernen magst, wie Du echten Chanel Schmuck erkennst, dann kannst Du auch in mein neues Buch „Wir lieben Schmuck“ schauen. Dort gibt es eine ganze Doppelseite zum Thema. Liebe Grüße von Mira

  3. Sehr amüsant! Und danke für den Hinweis auf Noble House/Casey Tcholok. Dachte immer, wirklich ALLES aus den Achtzigern zu kennen, aber diesen Dreiteiler hatte ich nicht auf dem Schirm. Ein Bildungslücke, die gefüllt werden muss.

    • Mira Wiesinger sagte am

      Oh, Mann, bin ich neidisch auf Dich, dass Du Noble House noch vor Dir hast. So gut! Perfekte Outfit-Inspo! Spannende Handlung. ENJOY!!! Und Danke für das Kompliment!

    • Mira Wiesinger sagte am

      Hallo! Also ich mag Lululemon sehr gern. Aber ich bestelle auch regelmäßig in Kalifornien bei Teeki. Die machen Yoga Wear aus recyceltem Material. Leider sind die Hosen nicht ganz billig (aber es gibt immer wieder super Sales auf deren Seite) und bleiben darüber hinaus schon mal im Zoll hängen. Ansonsten macht auch Hey Honey sehr schöne Designs sowie Ognx (von denen ich am Sonntag das T-Shirt trage). Ich hoffe, das hilft! Liebe Grüße und danke für das Kompliment.

  4. Oh ich habe bereits das letzte Closet Diary mit Dir liebe Mira gefeiert. Und auch dieses Mal ist es wieder großes Kino! Ich liebe Deinen Style sehr. Ungezwungen und doch so besonders. Ich glaube ich muss jetzt eben mal auf Amazon hüpfen und Dein Buch ordern!
    Bin gerne für ein drittes, viertes …mal mit Dir bereit!!! hihi
    Liebst Iris

    • Mira Wiesinger sagte am

      Liebe Iris,
      danke für diese lieben Zeilen, die ich natürlich außerordentlich gern lese 😉 Toll, dass Dir mein Stil (und mein Buch!) gefällt, denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir eigentlich alle viele schöne Teile im Schrank haben und möchte dazu ermutigen, sie immer mal wieder neu zu kombinieren. Das gilt für Mode und Schmuck gleichermaßen. Und sehr gern, sobald Journelles nach Nachschub verlangt, bin ich sofort wieder dabei.
      Happy Wednesday! Mira

  5. Liebe Mira,
    Tolle Looks! Sehr erfrischend.
    Kannst du was dazu sagen wie happy du mit der céline Classic Box bag in schwarz bist? Trägst du sie oft und würdest du sie dir nochmal kaufen? Überlege aktuell sie mir zu kaufen aber befürchte, dass sie etwas zu „konservativ“/ spiessig aussieht..

    • Mira Wiesinger sagte am

      Hallo Carla (toller Name übrigens!).
      Kurz vorweg: Ich trage auf den Fotos die Classic Bag in Navy. Mein Mann hat sie mir zum 30. Geburtstag geschenkt. Seither habe ich noch eine schwarze und eine mit Leoparden-Print angeschafft (beide gebraucht gekauft) und denke noch über das Modell in rot nach. Ich LIEBE diese Tasche! Ich finde sie so wahnsinnig klassisch, da wird sich noch meine Tochter eines Tages drüber freuen. Eine Tasche ist immer das, was man aus ihr macht. Klar, trägst Du sie zum Business-Look, wirkt sie vielleicht etwas konservativ. Die Kunst besteht darin, ihr Image zu brechen. Probier sie aus zum grauen Sweatshirt, zur Bomber- oder Bikerjacke, zur einer abgewetzten Oversize-Jenasjacke, zu grellen Turnschuhen. And you are „all set“. Das tolle an ihr (vor allem in Schwarz), sie veredelt wirklich jeden Look. Und das ist besonders dann hilfreich, wenn man sich gern leger kleidet. Ich kann Dir die Tasche wirklich sehr empfehlen (und nein, ich bekomme keine Provision, sollte ich aber, nach diesem Plädoyer 😉 Alles Gute für Dich, Mira

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