Closet Diary mit Marisa Burn-Pichler, Künstlerin

In der Aufzählungen oben fehlen noch Design Consultant, Unternehmerin, Stylistin, Musikerin und Mama. Keine Frage, dass wir es bei Marisa Burn-Pichler mit einem Multitalent zu tun haben. Und was für einem!

Als Unternehmerin ist sie seit ihrem Abschluss an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel vor 13 Jahren selbständig. Seit knapp vier Jahren arbeitet sie mit ihrer Firma Burninglights an der Schnittstelle zwischen Design, Kunst und Achtsamkeit und möchte mit ihren Produkten sowie Veranstaltungen mehr Bewusstsein in das Leben bringen. Zudem hat die 37-Jährige vor kurzem eine neue Consulting Agentur „House of change by Burn Pichler“ mit ihrer Schwester gegründet. Als Musikerin und Künstlerin arbeitet Marisa nebenbei an eigenen Projekten und Kollaborationen.

Über ihr Verhältnis zu Mode und dem Leben sagt sie: „Mich über Kleider auszudrücken und diese als direktes Gestaltungselement zu nutzen hat mich immer fasziniert.“ So hat sie 2007 den ersten Schweizer Mode- und Designblog mit dem gleichnamigen Kreativstudio HOPEHOPE Fashion & tendencies gegründet und war dafür täglich mit dem Modegeschehen beschäftigt. „Vor einigen Jahren habe ich meinen Kleiderkonsum stark reduziert, heute kaufe ich vorwiegend bei meinen befreundeten Designern ein. Ich bin immer noch fasziniert von der Mode und beobachte gerne, was geschieht. Es ist aber nicht mehr die grosse Inspiration in meinem Leben, wie sie es mal war. Heute habe ich einen langsameren und weniger eklektischen Stil.“

Wir freuen uns über diesen schönen Zuwachs in unserer Closet-Diary-Kategorie – und über ihre 7 Tage, 7 Looks, die sie uns heute vorstellt:

Marisa (@marisaburn) auf Instagram:

MONTAG

Am Montagmorgen ist immer einiges los: Die Kids müssen in den Kindergarten und die Kita. Meine Kleiderauswahl ist dementsprechend entspannt und sportlich. Den kuscheligen weissen Sweater habe ich mit meinen Freunden vom nachhaltigen Schweizer Sportsband Lola Studio kreiert. Wir teilen die Idee von einer nachhaltigen und achtsamen Welt, meine Malereien darauf symbolisieren die Einzigartigkeit von Allem im Universum und unterstreichen das Bewusstsein: „Ich bin hier“.

Mein Atelier liegt in einem ruhigen idyllischen Innenhof in der Zürcher Altstadt. Ich teile mir die Location mit einer Freundin, sie führt im Erdgeschoss einen Barbersalon „The Barber Paradox“ und ich im ersten Stock mein Kreativstudio Burninglights. Der Salon ist heute geschlossen: Es ist ganz still, im Innenhof hört man nur das beruhigende Geplätscher des Brunnens. Da ich momentan ziemlich empfindlich auf den Blütenstaub reagiere bin ich meistens mit der Sonnenbrille unterwegs.

Ich arbeite gerade an neuen Malereien für den Peace Club, welche wir später auf T-Shirts und Sweater drucken werden, und freue mich im aufgeräumten Atelier den ganzen Platz zum Malen zur Verfügung zu haben. Da ich die ganze Zeit eine Schürze trage, bin ich froh, dass ich mich für einen unkomplizierten Look entschieden habe.

Am Mittag düse ich mit meinen Sneakern zu Fuss ins Yoga Studio. Mittags ist für mich die beste Zeit, um in meinem Alltag mit Kindern und dem eigenen Geschäft etwas Bewegung in mein Leben zu bringen. Am Nachmittag erledige ich administrative Arbeiten, verschicke eingegangene Bestellungen aus dem Onlineshop und hole pünktlich die Kids wieder ab.

Sweater: Lola Studio X Burninglights; Hose: Vintage; Sneaker: Nike; Ohrringe: Chinatown; Sonnenbrille: Viu

DIENSTAG

Ich bin den ganzen Tag mit meinen Kindern unterwegs. Zwischen Frühstück, Kindergarten und Mittagessen bin ich mit dem Haushalt beschäftigt und freue mich etwas freie Zeit mit meinen Kindern zu haben. Seit sie etwas älter sind, geniesse ich es, mich wieder unpraktischer und leidenschaftlicher anzuziehen. Die Kinder inspirieren mich dazu, mich etwas bunter anzuziehen.

Die Temperaturen sind noch nicht so ganz konstant, deshalb trage ich den luxuriösen Wolljupes vom Zürcher Label La Première, welcher mit Seide gefüttert und unglaublich bequem ist. Da ich grundsätzlich viel weniger einkaufe und bei neuen Sachen Wert auf Nachhaltigkeit lege, trage ich hauptsächlich meine eigenen Produkte oder die von befreundeten Designern. Ich trage deshalb auch einen unserer Peace Club Sweater vom letzten Jahr.

Nach dem Kindergarten gehen wir in den Botanischen Garten und ich wechsle meine Schuhe und ziehe meine Isabel-Marant-Boots an.

Sweater: Peace Club; Rock: La première, Schuhe: & Other Stories (ähnlich hier), später Isabel Marant; Ohrringe: Aisso

MITTWOCH

Vormittags bin ich mit einem Kundenauftrag beschäftigt und brauche für die bestellten Malereien den ganzen Platz im Atelier. Deshalb habe ich mich für ein unkompliziertes Outfit entschieden. Da ich an den grossen Malereien barfuss arbeite, bin ich froh, wenn es Schuhe sind, die ich einfach an und ausziehen kann. Ich liebe meine weissen Cowboyboots, welche ich auf Etsy gefunden habe.

Am Mittag treffe ich meine Schwester, mit welcher ich die Consulting Agentur BurnPichler House of change betreibe. Wir besprechen die neue Website sowie das nächste Input-Event zum Thema Authentizität & Kreativität. Der grosse Shopper vom Basler Designer Duo Future Archive ist mein ständiger Begleiter, der Laptop und meine Notizbücher passen perfekt hinein. Ich bin dank meines Heuschnupfens und meiner empfindlichen Augen immer noch mit einer Sonnenbrille unterwegs.

Kimono: Kathrin Eckhardt Studio; T-Shirt: Lola Studio X Burninglights; Hose: COS (ähnlich hier), Boots: Vintage (ähnlich hier); Ohrringe: Aisso; Shopper: Future Archive; Sonnenbrille: Viu

DONNERSTAG

Ich habe heute zum vierstündigen Mastermind-Meeting in meinen Atelier geladen. Das ist ein moderiertes Innovations-Brainstorming, welches ich vierteljährlich mit befreundeten Unternehmerinnen zu Themen, die unseren Geschäftsalltag beeinflussen, mache. Wir sind in Zürich seit einiger Zeit eine tolle Community an Frauen, die sich gegenseitig unterstützen. Endlich verstehen wir, dass wir zusammen einen wichtigen Input in die Wirtschaft bringen und uns gegenseitig supporten können. Nach dem gemeinsamen Lunch in unserem idyllischen Innenhof wenden sich alle ihrer Arbeit zu. Danach treffen ich mich mit einer guten Freundin zum Essen in einem tibetischen Restaurant.

Trenchcoat: Kathrin Eckhardt Studio; Kleid: Vintage (ähnlich hier); Jeans: Levi’s; Boots: Isabel Marant; Clutch: Yves Saint Laurent (ähnlich hier)

FREITAG

Heute ist ein sonniger Tag, was mich dazu bewegt, das erste Mal wieder Sandalen aus dem Schuhschrank hervor zu graben. Ich hatte die grünen Sandalen vor Jahren mal für einen Styling Job gekauft und trage sie immer noch. Der weiche sommerliche Zweiteiler von meiner Freundin Kathrin Eckhardt unterstützt mit dem knalligen Lila mein Wohlbefinden und ich fühle mich wie immer mit ihren Kleidern durch einen positiven Spirit unterstützt.

Die vergoldeten Ohrringe trage ich fast jeden Tag, auch diese sind von meiner guten Freundin Jenny von Aisso. Mein kompletter Schmuck kommt heute von Schweizer Brands, die Kette wird von einer Stiftung in einer Fraueninitiative in Indien hergestellt und der Ring vom Zürcher Brand En Soie, er hat eine besondere Bedeutung für mich.

Meine Schwestern, Mutter und ich tragen alle denselben Ring, welchen wir zu der Geburt eines der Kinder gekauft haben. Heute ist das Atelier geöffnet und wer sich vor Ort etwas persönliches malen lassen möchte oder die Putzmittel auffüllen lassen will, kann heute vorbei kommen. In der Zwischenzeit erledige ich Bestellungen, organisiere neue Projekte und arbeite an Präsentationen.

Hemd und Bluse: Kathrin Eckhardt Studio; Schuhe: Zara, Ohrringe: Aisso; Ringe: en soie & Aisso, Kette: Real Time Trust

SAMSTAG

Tagsüber bin ich mit meiner Familie und meinen Freunden in unserem riesigen wilden Garten am Stadtrand, hacke Brombeeren aus und mähe den Rasen. Die Zeit in der Natur und die Arbeit mit den Händen ist mir wichtig, um auf dem Boden zu bleiben und zur Ruhe zu kommen.

Am Abend habe ich ein Date mit meinem Mann und wir gehen gemeinsam in eines unserer Lieblingsrestaurants und danach auf einer Reggae-Party etwas tanzen. Ich trage einen bequemen Denim-Zweiteiler, welchen mir meine Schwester vermacht hat. Den Bally-Gürtel habe ich vor fast 20 Jahren von meiner Großmutter geschenkt bekommen. Da ich in der Gegend der Bally-Fabrik aufgewachsen bin, habe ich viele Schuhe und Accessoires aus dieser Zeit.

Zweiteiler: Secondhand (ähnlich hier); Schuhe: & Other Stories (ähnlich hier); Tasche: Uterque, Gürtel: Bally, Ohrringe: Aisso, Portemonnaie: Yves Saint Laurent (ähnlich hier)

SONNTAG

Wir sind bei meinen Schwiegereltern zum Essen eingeladen. Bei schönem Wetter fahren wir gerne mit dem Kursschiff zu ihnen, das fühlt sich nach Urlaub an. Das Wetter ist sommerhaft,  jedoch weht noch ein kühler Wind, vor allem auf dem Schiff. Ich habe mich deshalb für meine Levi’s Ribcage entschieden und trage dazu eine leichte Leinenbluse von einer Freundin, die in Marrakech in einer Fraueninitiative ihre Kollektionen herstellt. Wenn es ganz kühl wird, trage ich meine Vintage-Denimjacke, die ich von meinem Mann mit seiner 100-jährigen Kettenstichmaschine besticken lassen habe.

Denimjacke: Stitchie Burn; Leinenbluse: Kech création; Jeans: Levi‘s (ähnlich hier); Schuhe: & Other Stories (ähnlich hier), Korbtasche: Kathrin Eckhardt Studio; Ohrringe: Family Affairs

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Kommentare

  1. Schöne Bilder und Worte. Aber so ganz nachhaltig ist der Lifestyle wohl nicht, wenn man bei Levi’s, Zara und &otherstories einkauft – und sein Geld ebenfalls mit Fashion verdient.

    • Liebe Nina,
      Ökoshaming nervt.
      es ist doch schön, dass sie bei einem Teil ihrer Garderobe – und augenscheinlich ja auch bei den neueren Errungenschaften – auf Nachhaltigkeit setzt.
      Davon bereits gekaufte Teile die noch gut tragbar sind wegzuwerfen, nur weil man sie bei Zara und Co. gekauft hat, hat ja auch keiner was.

    • Charlotte sagte am

      Liebe Nina,

      nicht jeder der in der Fashion Branche arbeitet, hat den Teufel auf der Schulter sitzen.
      Außerdem: Nachhaltiger Ansatz bedeutet ja nicht gleich, dass man sich jetzt in den Kompost setzen muss und wartet bis man verrottet. Jeder fängt da an, wo es einem leicht fällt. Der eine fliegt nicht mehr in den Urlaub, ein anderer verzichtet auf Plastik oder kauft seine Mode Second Hand oder eben bei befreundeten Labels, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Vielleicht handelt es sich bei den Teilen von Levi’s, Zara und &otherstories um langjährige Lieblingsstücke, die sie nicht wegwerfen möchte. Ein Ansatz von Nachhaltigkeit ist es auch, Fast Fashion zu Slow Fashion zu machen – warum wegwerfen, wenn es noch geliebt wird?
      Deine Kritik kommt zwar im Sandwich verpackt, aber manchmal darf man doch auch einfach nur genießen! Oder etwa nicht?

      Das CD ist wirklich sehr gelungen, die Protagonistin wirkt positiv, zeigt tolle Looks und hat mir den Anfang der kurzen Woche versüsst. Vielen Dank!

  2. Sehr schönes und inspirierendes Closet Diary!
    Ich habe mich in den Trenchcoat von Kathrin Eckhardt Studio verliebt. Leider ist er auf der Website nicht mehr erhältlich. Gibt es den Trenchcoat denn noch irgendwo zu kaufen?
    Über einen Tipp würde ich mich sehr freuen!

    • am 22. Juni beim Open Studio day hier in Zürich gibt es gewiss wieder Nachschub – ansonsten, falls du von weiter weg bist, schreibst du ihr am besten einfach eine Email oder über instagram 🙂 Sie ist super!

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