Bloggen mit Baby: Interview mit Camilla Rando von Mummy Mag

Drew Barrymore, Yvonne Catterfeld und angeblich Victoria von Schweden – sie alle bekommen ein Baby und auch in unserem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es gute Nachrichten. Eine Frage, die viele Frauen beschäftigt, ist nicht nur das Geschlecht oder der Name des Kindes, sondern auch: Wie geht es nach der Geburt mit dem Job weiter? Bloggerinnen

Drew Barrymore, Yvonne Catterfeld und angeblich Victoria von Schweden – sie alle bekommen ein Baby und auch in unserem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es gute Nachrichten. Eine Frage, die viele Frauen beschäftigt, ist nicht nur das Geschlecht oder der Name des Kindes, sondern auch: Wie geht es nach der Geburt mit dem Job weiter?

Bloggerinnen ergänzen ihre digitalen Tagebücher zum Beispiel um Themen wie Schwangerschaft, Geburt und Kindermode oder fangen überhaupt erst an zu bloggen, weil sie ihre Erfahrungen mit anderen Müttern teilen wollen. „Romy And The Bunnies“ von Julia Restoin Roitfeld ist eines der bekanntesten Beispiel für so einen „Mutti-Blog“. Aber wie sieht die Realität aus, wenn man mit dem Schreiben sein Geld verdienen muss? Die Kommentare zu der Home-Story mit Isabel von Little Years haben gezeigt, dass es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wie junge Mütter heute sein sollten. Das Thema hat Zündstoff – deshalb haben wir Camilla Rando von Mummy Mag im Interview gefragt, was sie darüber denkt!

Erst einmal bitte vorstellen, liebe Camilla: Wer bist du und was machst du?

Ich bin Camilla, 30 Jahre alt und komme aus dem Marketing-Bereich. Ich habe in den letzten Jahren in mehreren Werbeagenturen gearbeitet und nebenher Marketing studiert. Außerdem bin ich seit fünf Monaten Mutter und genieße daher gerade die Elternzeit und das Mutterdasein mit all ihren Höhen, Tiefen und tagtäglichen Herausforderungen.

Wann hast du angefangen zu bloggen?

Ich habe vor über sechs Jahren mit meinem Blog “Allet-ohne-Schminke” angefangen. Zu der Zeit hatte ich keine Ahnung von Blogs, sollte aber Werbekonzepte für meinen Bloghost entwickeln. Aus dem Grund habe ich den Blog gestartet – um einfach diese Blogwelt zu verstehen.

Was denkst du über den Begriff „Mutti-Blog“?

Wenn es um Blogs geht, dann wird die Bezeichnung “Mutti-Blog” ja hauptsächlich ein wenig herablassend benutzt und ich gebe zu, früher habe ich das wahrscheinlich auch getan. Da war ich aber auch noch nicht selber Mama und wusste auch noch nicht, wie wichtig der Austausch unter Müttern ist. Und diese Blogs sind halt im Grunde einfach das, was der Blog ursprünglich auch mal war – ein Online-Tagebuch. Sie haben ganz klar ihre Daseinsberechtigung, nur ist Mehrwert für den Leser nur auf einen einzigen Themenbereich beschränkt: das Muttersein.

Wie kam es zu der Idee, das Onlinemagzin „Mummy Mag“ zu gründen?

Als ich schwanger wurde fing ich automatisch an, mich mit den Themen Kind, Mutter und Familie viel intensiver auseinanderzusetzen. Dabei bin ich auf zahlreiche “Mutti-Blogs” gestoßen, aber sowohl online als auch offline gibt es kaum ein deutschsprachiges Medium, dass das Thema “Mutter sein und eigene Interessen haben” gleichzeitig behandelt. Es gibt natürlich auch tolle Mama-Blogs, die sehr inspirierend sind, aber international sind diese wirklich qualitativ und inhaltlich wesentlich anspruchsvoller. Und da ich ja nun mal aus dem Lifestyle- und Fashion-Blog Bereich komme und ich über meine Schwangerschafts-Kolumne auf “That’s so me” so ein tolles Feedback bekommen habe, ist das Mummy Mag naheliegend gewesen.

Wer macht alles mit und welche Kompetenz haben deine Kolleginnen?

Wir sind ein kleines buntes Team von Müttern und auch Nicht-Müttern, wobei Saskia und ich die Hauptbloggerinnen sind und die anderen eher unregelmäßig schreiben. Wir haben beispielsweise absolut keine Ahnung von Musik – also haben wir uns eine DJane dazugeholt, die uns regelmäßig mit Musiktipps versorgen wird. Oder wer kann besser das Thema Yoga und gesunde Ernährung behandeln als eine Bloggerin, die das eh schon täglich tut? Dann haben wir mit Janine eine Redakteurin an Board, die unglaublich professionell an ihre Artikel rangeht und man immer hilfreiche Tipps an die Hand bekommt. Dann sind da noch Ari von Primer + lacquer und Julia, die uns ab dem nächsten Jahr mit tollen Fundstücken, DIY-Ideen und Rezepten versorgen werden. Ich habe außerdem noch vor regelmäßig Gastautorinnen dazuzuholen, wenn es für das Mummy-Mag inhaltlich eine tolle Ergänzung ist. So ist gestern beispielsweise eine Freundin von mir mit Baby und Kleinkind alleine nach Brasilien geflogen. Transatlantikflug mit Umsteigen und das mit zwei Kindern – wenn das keinen Erfahrungsbericht wert ist, weiß ich es auch nicht!

Welche Lücke wollt ihr mit Mummy Mag schließen?

Wir wollen die neue Mama-Generation erreichen. Mütter, die das das Mama-Sein lieben, genießen, die aber auch noch Frauen sind, mit eigenen Bedürfnissen, Interessen und Leidenschaften. Selbstverständlich ändert sich das Leben auf einmal komplett, wenn man Mutter wird und es bestimmt auch den Alltag. Aber ich bin doch auch ich selbst geblieben! Ich liebe weiterhin die Mode, das Reisen und schönes Design. Und ich wollte ein Medium schaffen, dass all diese Interessen bedient. Natürlich auch das Thema Kind und Schwangerschaft. Und ich glaube einfach, dass es vielen Frauen ganz genauso geht. Die moderne Mutter ist einfach eigenständiger geworden, vielleicht auch ein wenig egoistischer. Ich habe das Gefühl, dass  in Deutschland lange Zeit die Meinung “Alles für mein Kind” herrschte und die Frau an sich blieb dabei gerne auf der Strecke. Doch unsere Generation hat mehr und mehr erkannt, dass die Kinder doch viel glücklicher sind, wenn die Mütter es auch sind.

Welche Themen wollt ihr behandeln – und was findet NICHT auf Mummy Mag statt?

Wir verstehen uns wirklich als Lifestyle-Blog. Das heißt, dass wir demnach grob alle Themen diesbezüglich behandeln wollen. Wir beschäftigens uns mit Mode, mit Trends, mit Kinderlabels, mit Yoga, Sport und gutem Essen. Wir wollen das Thema „Reisen mit Kindern“ im nächsten Jahr intensivieren und auch „Design & Interior“. Wir sind ja noch so jung, ich möchte uns die Möglichkeit für eine freie Entwicklung geben. Vielleicht stößt ja mal ein junger Vater zu unserem Team oder wir wollen uns doch noch stärker mit Beauty-Themen beschäftigen. Ich kann also im Prinzip noch nicht sagen, was nicht stattfinden wird – am besten Du stellst mir die Frage in ein paar Monaten noch mal!

Klingt auf jeden Fall nach großen Plänen. Aber hast du überhaupt genügend Zeit? Wie hat sich dein Arbeitsalltag als Bloggerin mit Baby verändert?

Natürlich habe ich sehr viel weniger Zeit zum Bloggen. Das hatte ich mir ehrlich gesagt ganz anders vorgestellt. Doch dadurch bin ich wesentlich effizienter geworden. Ich mache meine Recherchen via iPhone, während ich meine Tochter im Kinderwagen spazieren fahre. Ich führe lange Listen mit Dingen, über die ich schreiben möchte. Und meine Abende verbringe ich nun nicht mehr damit einen Film zu schauen oder mit Freunden Essen zu gehen, sondern ich sitze vor dem Rechner. Ein- oder zweimal die Woche hole ich mir auch für ein paar Stunden Unterstützung von Oma und Opa, damit ich da etwas größere Zeitfenster zum Arbeiten habe. Wie gesagt, meine Woche ist neuerdings unglaublich gut organisiert und strukturiert, denn die Zeit für mich und zum Arbeiten ist sehr rar.

Wie denkst du generell über die Situation von arbeitenden Müttern in Deutschland, Stichwort „Teilzeitfalle“ oder der Vergleich mit
Frankreich, wo im Vergleich zu Deutschland mehr Kinder geboren werden und früher in die KITA gehen?

Da stellst Du mir genau die richtige Frage, den in den letzten Monaten habe ich mich genau mit diesem Thema sehr intensiv beschäftigt. Ich finde es erschreckend, wie schwierig es Müttern in Deutschland gemacht wird, wieder in den Beruf einzusteigen. Frauen mit Kindern haben kaum eine Chance ihren Beruf teilzeit nach der Elternzeit aufzunehmen, oder aber sie finden keine Betreuung die lange genug andauert, um wieder Vollzeit zu arbeiten. Eine Nanny oder eine Betreuung nach der Betreuung kann sich doch kaum jemand leisten.

Wie sollte es deiner Meinung nach laufen?

In Frankreich oder den skandinavischen Ländern funktioniert das wesentlich besser. Es ist direkt für ausreichend staatlich geförderte Kinderbetreuung gesorgt, so dass es Frauen leicht gemacht wird wieder in den Beruf einzusteigen – auch Vollzeit. Es wird also Frauen, bzw. Paaren finanziell und organisatorisch leichter gemacht Kinder zu bekommen. In Deutschland hat man ja mit der Einführung des Elterngeldes versucht, die Geburtenrate zu erhöhen. Klar, ich bin unglaublich dankbar für das Elterngeld und dass ich so die Möglichkeit habe das erste Jahr zuhause zu verbringen. Doch leider hat man versäumt für die Zeit danach zu sorgen. Hinzu kommt, dass die Gesellschaft grundlegend eine andere Einstellung in Sachen Kindererziehung und arbeitenden Mütter hat. In Frankreich stellt sich Frauen gar nicht die Frage, ob sie wieder Vollzeit arbeiten oder nicht. Hier in Deutschland wird man als Mutter schon schräg angeschaut, wenn man nach einem Jahr wieder Vollzeit arbeitet. Wenn man noch früher arbeiten möchte, begeht man in den Augen vieler Mütter ja schon fast ein Verbrechen.

Es fehlt hier in Deutschland die Toleranz, dass jede Frau doch einfach eine Entscheidung für sich treffen soll. Und gleichzeitig werden von Arbeitgebern auch keine vernünftigen Rahmenbedingungen geschaffen. In Skandinavien beispielsweise ist man flexibler: Kinder werden, wenn sie krank sind, die Eltern aber arbeiten gehen müssen, einfach zur Arbeit mitgenommen. Dafür haben Arbeitgeber und Kollegen Verständnis. Das kann ich mir in einem typischen deutschen Büro kaum vorstellen. Die beste Lösung für dieses Mutter-sein-und-arbeiten-gehen-Dilemma in Deutschland ist meiner Meinung nach die Selbstständigkeit, aber gerade das birgt ja schon große finanzielle Risiken, die viele Frauen mit Kindern nicht unbedingt eingehen möchte.

Deine Wünsche  für die Zukunft  – als Mutter und Selbständige?

Erst einmal hoffe ich auf einen Kitaplatz ab August – ich habe leider den harten Kampf um einen Betreuungsplatz gnadenlos unterschätzt. Und für die darauffolgenden Jahre hoffe ich, dass unser Betreuungs- und Schulsystem in Deutschland verbessert wird. Diese ganze Entwicklung in Sachen Frühforderung, der vorzeitigen Einschulung (in Berlin) und Schulzeitverkürzung etc. seit der schlechten Pisa-Studie nehmen unseren Kindern die Chance die Kind- und Schulzeit zu genießen. Da gab es diesen tollen Artikel in der Zeit dazu, in dem ein Vater einen offenen Brief an seine Tochter schreibt und sich entschuldigt, dass sie in der fünften Klasse mehr lernt, als er es im Abi getan hat. Das finde ich wahnsinnig erschreckend und ich hoffe, das kann ich meiner Tochter ersparen. Doch beginnen wir, wie gesagt, erst einmal mit dem Krippenplatz…

Liebe Camilla, vielen Dank für das Interview! Fotos von Camilla und ihrer Tochter sowie ein Best of Mummy Mag seht ihr in der Galerie.

Von Alexa

Ich liebe schreiben, bloggen und schöne Dinge zu entwerfen, also mache ich all das.

Als Journalistin habe ich für Magazine und Zeitungen wie Business Punk, Fräulein, Gala, FTD/how to spend it, Instyle, Lufthansa Magazin, Stern, Tagesspiegel, Vanity Fair und zitty gearbeitet. Meine Online-Erfahrungen habe ich u.a. Stylebook und styleproofed gesammelt. Mein Blog heißt Alexa Peng, mein Schmuck-Label vonhey. Ich komme aus dem Rheinland und bin in einem Dorf am Waldesrand aufgewachsen, wo nur einmal in der Stunde ein Bus fuhr. Da muss man sich was einfallen lassen, um sich nicht zu langweilen. Meine Tante hatte in der Stadt eine Boutique und einen Schrank voller Kleider, Schuhe und Taschen, mit denen wir Kinder verkleiden spielen durften. Wir haben Modenschauen im Hobbykeller veranstaltet und die ganze Nachbarschaft eingeladen. Dass ich mal was mit Mode machen würde, war also klar. Nach dem Abi habe ich an der AMD in Hamburg Mode-Journalismus studiert und später an der UdK in Berlin einen Master of Arts in Kulturjournalismus gemacht. In Zukunft will ich mein Label weiteraufbauen, die Welt sehen und gute Geschichten schreiben.

(Foto: Sandra Semburg)

Kommentare (23) anzeigen

23 Antworten auf „Bloggen mit Baby: Interview mit Camilla Rando von Mummy Mag“

dieser tolle Artikel zum Thema Schule ist von 2011…(!!!) Aber mit Baby verliert man Zeit und Raum, das ist wohl war 🙂

Finde ich in dem Fall ziemlich egal, oder glaubst du ernsthaft, dass sich unser Schulsystem in 2 Jahren um 180 Grad gewandelt hat?!

Wow, erst mal Hut ab für Camilla Rando! Zum einen finde ich die Idee wirklich
hervorragend, hier können Mütter Inspiration und tolle Artikel finden.
Zum anderen ist ihr Zeitmanagement absolut bewundernswert! Meine Schwester ist gerade zum ersten mal Mutter geworden und ich sehe, wie schwierig und zeitintensiv das ist und wie sich plötzlich das ganze Leben ändert! Sie hat eine absolute Grafikerseele und ich sie wird das Mummy Mag lieben, ich werde ihr sofort den Link schicken!!!! Danke für dieses Interview!

Toll, dass hier in letzter Zeit so viele Mütter vorgestellt werden! Ich kann Camillas Kritik am deutschen Betreuungssystem verstehen, aber als in Frankreich lebende Mami kann ich nur sagen, dass Frauen hier ebenso wenig frei entscheiden können. Natürlich ist es toll, dass Französinnen früh wieder anfangen können zu arbeiten, ohne dabei schief angeschaut zu werden. Dabei vergisst man aber, dass sie ja gar keine andere Wahl haben. Hier in Paris kann sich das jedenfalls kaum einer leisten, wenn nicht beide Elternteile arbeiten… http://comme-des-mamans.com/2013/09/18/das-dilemma-frankreichs-mutter/

Da ist auf jeden Fall was dran. Es gibt nach wie vor nur sehr wenige Mütter, die stillen. Und wenn, dann meistens nur die ersten zwei, drei Monate – bis sie eben wieder arbeiten gehen. In der Öffentlichkeit habe ich übrigens noch nie eine Mutter stillen sehen und das finde ich schon bezeichnend!

Als ich in Frankreich als Aupair gearbeitet hab, hat meine Gastmutti auch mal öffentlich im Park gesessen und gestillt. Ihr war das nicht unangenehm. Liegt vielleicht daran, dass sie auch halb deutsch ist 😉

Da ist auf jeden Fall was dran. Es gibt nach wie vor nur sehr wenige Mütter, die hier stillen. Und wenn, dann meistens nur für zwei, drei Monate – bis sie wieder arbeiten gehen. In der Öffentlichkeit habe ich übrigens noch nie jemanden stillen sehen und das finde ich schon bezeichnend!

Camilla sagts! Mutter gut, Kind gut. Ich habe nach drei Wochen mit Baby Charlotte einen Heimkoller bekommen. Glücklicherweise ging wenig später das Semester und damit mein Studium wieder los. Und weil auch die schönen, glitzernden Dinge im Leben ihre Berechtigung haben und dazu gehören, blogge ich als Gastautorin bei einem Hannover Streetstyleblog. Und mein Baby? Ist immer dabei und lernt schon früh, dass Mama immer für sie da ist, aber manchmal eben auch für sich selbst.

http://letthemeatcottoncandy.blogspot.de/2013/10/vorgestellt-nachwuchs-bei.html

Wie das geht? Leider wie so oft bei Selbstständigkeit: mit Selbstausbeutung. Und was mich bei vielen dieser sogenannten „Mummy-Blogs“ stört, die Väter und ihre Aufgaben bei der Babybetreuung und im Haushalt bleiben ausssen vor. Es wird nur regelmässig thematisiert wie Mama mit dem Kind noch effizienter Baby, Haushalt und Selbstständigkeit unter den Hut bringen kann. Und Papa weiterhin den Vollzeitjob ohne Unterbrechung macht und somit auch keine Einbußen bei Gehalt, Aufstiegs- und Weiterbildungschancen hat … Also alles wie gehabt.

Schönes Interview, das allerdings einen Aspekt, der mich am meisten interessieren würde, nicht beantwortet:
Ist das neue Blogprojekt etwas, wovon sich schon leben und die Familie finanzieren lässt? Oder momentan eher eben als Tätigkeit neben dem Muttersein erfüllend, aber eigentlich nur leistbar, weil Camilla in Elternzeit ist/es Elterngeld gibt? Müssen zukünftig, wenn die Elternzeit vorbei ist, dann noch andere (Broterwerbs)Jobs ran? Oder hängt womöglich auch viel am Partner und dessen Einkommen, das die Familie finanziert?
So einen Rundumblick darauf, wie das geht mit der Familie und der Arbeit und wie man sich beides leisten kann, fände ich erhellend und hilfreich!

ach, also ich bin ja keine mami und dahingehend ist auch nichts geplant- aber ich lese inzwischen supergern auch die mummy blogs, weil sie so zu großen teilen wirklich stylisch, süß und interessant sind. und man kann ja nicht früh genug anfangen, schon mal wertvolle tips zu sammeln, haha. das neue mutterbild, das sich da entwickelt, finde ich total erstrebenswert, so wünsche ich mir das dann auch! ein wirklich aufschlussreiches und sympathisches interview. kompliment!

Sehr interessantes Interview und ein toller Blog. Da werde ich ab jetzt auch regelmäßig vorbei schauen. Camilla bringt es auf den Punkt, womit man als Mutter in Deutschland zu kämpfen hat. Das kann man sich vorher nicht annähernd vorstellen, dafür trifft einen die Realität umso härter, wenn man wieder arbeiten gehen will/muss. Mich würde noch sehr interessieren, wie viele Mütter tatsächlich nach einen Jahr wieder Vollzeit arbeiten wollen? Bei uns in Hamburg ist das so, dass die Kitas einen mit Kusshand nehmen, wenn man sein Kind so lange in Betreuung gibt, man rutscht sogar auf der Warteliste nach oben. Ich möchte mein Kind auf jeden Fall, nicht für 10 Stunden in der Kita abgeben, um Vollzeit arbeiten zu gehen. Erst recht nicht, wenn es erst ein Jahr alt ist! Wie viel gemeinsame Zeit hat die Mutter dann noch mit dem Kind? Für die Zeit mit meinem Kind arbeite ich weniger und verzichte auch auf vieles. Nicht nur auf das Geld, sondern auch auf meine berufliche Weiterentwicklung und noch vieles, vieles mehr. Wir leben in einer so schnelllebigen Welt, hetzten von Termin zu Termin und die Kinder müssen von Klein auf funktionieren und mitziehen, ob sie wollen oder nicht. Dabei werden sie so rasend schnell groß und man verpasst so unglaublich viele tolle Erlebnisse. Ich bin bestimmt keine Befürworterin der Herdprämie und ich verurteile auch keine Mami, die nach einem Jahr oder auch früher, wieder Vollzeit arbeiten geht. Das Thema ist so unglaublich komplex, da gibt es einfach kein richtig und falsch. Folgenden Artikel dazu kann ich sehr empfehlen: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-03/wiedereinstieg-muetter-beruf

So geht es mir auch, weshalb ich auf sehr romantisierende Darstellungen („Powerfrau im Job und liebevolle Mami, und immer schick!“) so extrem reagiere. Mag sein, dass ich einfach nicht krass genug drauf bin, aber ich finde es schon unfassbar schwer, Kind und Beziehung mit Haushalt und Arbeit zu vereinbaren – an Selbstverwirklichung kann ich ehrlich gesagt gar nicht mehr denken. Ich habe im letzten Jahr kein Buch gelesen, würde echt gerne wieder mehr meine Freunde sehen und mich auch beruflich verändern – nur mit bald 2 KIndern ist das alles nicht so einfach, erst recht nicht, wenn man sich vorgenommen hat, für eben diese auch da zu sein. Mein Kind lässt sich in kein Zeitfenster pressen und ich finde die 6 Stunden, die ich sie inzwischen in Betreuung gebe, schon viel.
Natürlich kann sich nicht jeder leisten, nicht Vollzeit zu arbeiten, vor allem Alleinerziehende. Aber ein Stück weit muss man sich auch die Frage stellen: Warum ein Kind bekommen, wenn man dann nie da ist? Das sollte im Vorfeld im Idealfall von beiden Elternteilen so aufgeteilt werden, dass beide zum Zug kommen. Aber ohne Verzicht geht es einfach nicht. You really can’t have it all.

Wir schauen ja immer gerne nach Frankreich, wo Frauen ohne Karriereknick nach 3 Monaten problemlos voll wieder in den Job einsteigen können. Doch genau das wollen viele so gar nicht mehr, eben, weil sie das Gefühl haben, keine Zeit für ihre Kinder zu haben. Dazu gibt es diesen interessanten Spiegel-Artikel http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/frankreich-muetter-wollen-mehr-zeit-mit-kind-verbringen-a-927412.html

Ich bin Freiberuflerin im kulturschaffenden Bereich mit zwei Kindern (4 und 6) – die Selbstständigkeit wird, wie auch hier im Artikel, oft als optimal hingestellt zur Vereinbarung von Job und Kindern, aber das ist viel zu kurz gefasst. Arbeitstage, die mir durch Krankheit der Kinder entgehen, bezahlt mir z. B. keiner und mein Partner mit Festjob kann sich auch nicht immer krankschreiben lassen. Meine Einnahmen variieren stark, da können schon mal Ängste aufkommen. Sicher, mein Mann hat ein festes Einkommen, aber finanzielle Abhängigkeit ist für mich schwer zu ertragen. Ich habe mein 1. Kind mit 6 Monaten in die Kita gegeben, um meine Selbstständigkeit, die gerade ins Laufen gekommen war, nicht gleich wieder auf Eis legen zu müssen. Das ist mir zugegebenermaßen schwer gefallen, aber nur so ließ sich mein berufliches Bestehen sichern.
Ich arbeite 40 Stunden und mehr, das muss ich, ansonsten kommt man in meinem Bereich auf keinen grünen Zweig – allerdings in Etappen. Bis 15 Uhr arbeiten, dann sind die Kinder dran und abends, wenn die Kinder im Bett sind, läuft die zweite Schicht. Das erfordert auf jeden Fall Disziplin und Kraft Einen Tag in der Woche ist mein open end day – da bin ich komplett raus aus der family nummer, und ich habe das Glück, sozial sehr gut vernetzt zu sein, sodass sich eigentlich immer jemand findet, der, wenn nötig, die Kinder am Nachmittag betreut – anders geht es nicht. Das sind aber auch sehr anfällige Konstrukte – funktioniert es an einer Stelle mal nicht so, kommt es zu einer üblen Kettenreaktion, wo man dann echt unter Stress gerät.

ich finde den hier vorgestellten Blog wirklich schön, allerdings mache ich persönlich um solcherart Blogs oder auch Magazine à la Nido einen großen Bogen. In meiner knapp bemessenen Zeit, die ich für mich selbst habe, habe ich schlichtweg keine Lust, mir wie auch immer geartete kinderbezogene Themen reinzuziehen, auch wenn das krass klingt. Den Austausch dazu habe ich jeden Tag, an Input mangelt’s nicht (wohne in Prenzlauer Berg ;-)) und vermutlich liegt’s auch daran, dass ich keine Erstlingsmama mit Baby bin, die meist sehr auf der Suche nach ‚Mutter-Kind-Themen‘ sind.
Ich liebe Lifestyle-und Modeblogs, mag Mode und Design, aber das ist eine Leidenschaft, die ich nur für mich allein pflege 🙂

Das hätte ich schreiben können. Arbeite in der gleichen Branche auf dieselbe Weise (Hallo? 🙂 ) und hätte die Nachteile nicht besser formulieren können. Und exakt genauso geht es mir mit den Kind-bezogenen Heften und Blogs auch!

Tut doch immer wieder gut zu wissen, dass man nicht allein dasteht 🙂 Du hattest geschrieben: you really can’t have it all – und das kann ich nur fett unterschreiben. Die Abstriche werden zwar nicht immer im gleichen Bereich gemacht, aber irgendwo muss man immer Abstriche machen, sonst bricht man zusammen oder wird wahnsinnig.

So gab’s zum letzten Geburtstag meiner Großen eben auch mal ’ne Backmischung als birthday cake – nicht meine Optimalvorstellung, aber was anderes war zeitlich einfach nicht drin. Früher hätte ich mich wegen so was noch gestresst, heute nicht mehr, denn ich hab kapiert, dass ich mit meiner Energie haushalten muss, um mein gesamtes Programm durchziehen zu können. Und was soll ich sagen? Auf dem Instant-Kuchen waren am Ende Gummibärchen und Smarties drauf, und das war alles, was meine Tochter interessiert hat 😀

‚How’d I get screwed into going to this dinner?“ demands Gen. Stanley McChrystal. and NATO forces in Afghanistan is sitting in a four star suite at the H Westminster in Paris. He’s in France to sell his new war strategy to our NATO allies to keep up the fiction, in essence, that we actually have allies. Since McChrystal took over a year ago, the Afghan war has become the exclusive property of the United States. Opposition to the war has already toppled the Dutch government, forced the resignation of Germany’s president and sparked both Canada and the Netherlands to announce the withdrawal of their 4,500 troops. McChrystal is in Paris to keep the French, who have lost more than 40 soldiers in Afghanistan, from going all wobbly on him.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.