Best of Cruise 2018: Louis Vuitton, Prada, Dior

Die schönsten Locations der Welt, die finanzstärksten Kollektionen des Jahres – hier kommen die Cruise Collections von Louis Vuitton, Dior und Co.

Wenn Mode einem Museumsbesuch gleicht, die Entwürfe an glänzende Zeiten einer anderen Ära erinnern und die Zuschauer mit einem Flugticket in einer Parallelwelt landen, dann ist es Zeit für unser Best-of der Cruise Kollektionen (auch Resort genannt).

In den letzten Tagen präsentierten die vier ganz großen Labels ihre Zwischenkollektionen (warum es die überhaupt gibt, könnt ihr hier noch einmal nachlesen) und die Fashionistas konnten ordentlich Meilen sammeln: Es ging von Chanel in Paris, Prada in Mailand über Dior in Los Angeles bis nach Kyoto, wo Louis Vuitton zeigte.

Starten wir also unsere kleine Weltreise:

Louis Vuitton

Foto: PR

Bei der Cruise Kollektion von Louis Vuitton müssen einfach zwei Superlative fallen: Die außergewöhnlichste Location (allerdings sind wir das von Nicolas Ghesquière ja schon gewohnt, man denke an Rios Niterói Museum und Bob Hopes Haus in Palm Springs) und die ausdrucksstärkste Kollektion. Das Thema: Japan. Eine Stunde von Kyoto entfernt befand sich die atemberaubende Szenerie, in der die Cruise Kollektion 2018 präsentiert wurde. Das Miho Museum wurde von Architekt I.M.Pei designt, der auch für die Glas-Pyramide des Louvre verantwortlich war. Die Models schritten durch einen langen Tunnel, der von Metallseil-Konstruktion gerahmt war, in die Helligkeit und die oben gezeigte Plattform zu.

Fotos: PR

Doch nicht nur der Standort der Kollektionspräsentation spiegelte das Thema Japan wider, sondern auch die Mode: Als Inspiration diente Kansai Yamamoto, einer der wichtigsten japanischen Modedesigner in den 70er- und 80er-Jahren, der für viele Bühnenkostüme von David Bowie zuständig war und den berühmten „Space Samurai“-Anzug für ihn entwarf.

Diese Referenzen fand man auch in den Entwürfen wieder: Illustrierte Pailettenkleider mit asiatischen Prints, Kabuki-Make-up, Samurai-Anspielungen Bindegürteln, Kampfanzügen, Tarnmuster und Remineszenzen an Filme des japanischen Regisseurs Kurosawa mit harmonischen Farbwelten in Rot, Blau und Grün.

Modejournalisten jubelten danach und selbst Modedesigner Yohji Yamamoto, der Gast in der ersten Reihe neben Promis wie Sophie Turner, Michelle Williams und Jennifer Connelly war, sagte danach nur ein Wort: „Amazing.“

Dior

Fotos: PR

Zungenbrecher-Alarm, bitte zehnmal schnell hintereinander sagen: Upper Las Virgenes Canyon Open Space Preserve in Calabasas, Kalifornien. Das war die Location, in der Dior seine Cruise Kollektion 2018 zeigte. Dort wurden auch die Serie „Mash“, „Unsere kleine Farm“ und der Klassiker „Vom Winde verweht“ gedreht. Aber warum hatte sich Maria Grazia Chiuri für Kalifornien entschieden? Hatte sie gar nicht, denn die Entscheidung, die Kollektion dort zu zeigen, war schon lange vor der Einstellung der Designerin getroffen worden, wie sie verkündete. Ihre Inspiration passend zur Szenerie fand Chiuri in den Dior Archiven von 1951, die von Südfrankreich inspiriert wurde. „Es passt zu L.A“, erklärt Chiuri. Der Mix aus Stars, Sternchen, dem alten Hollywood-Glamour und der Natur machte auch die Präsentation von Dior mit Heißluftballons unvergesslich.

Fotos: PR

Die „Vom Winde verweht“-Vibes wurden auch in den Entwürfen der Designerin widergespiegelt. Die typischen Chiuri-Korsagen – sowie Träger mit dem Dior-Logo trafen auf Wild-Wild-West-Romantik in Form von Wildleder, Fransen, atomsphärische Steppen-Prints auf Seid, sowie auf bestickte Sheriff-Sterne auf Tüll. Überall präsent: Die typische New-Look-Silhouette Diors, die mit weit schwingenden Röcken und einer schmalen akzentuierten Teile unverwechselbar ist.

Kein Wunder war auch das Star-Aufgebot bei der Cowboy-Inszenierung, schließlich hatten es Rihanna und Co. nicht weit. Letztere trug dann auch schon den Look der Show mit Pelzmantel (nicht so cool, RiRi!), Used-Jeans und einem Hut mit Türkis-Verzierung. Kate Bosworth und Charlize Theron wählten dagegen einen eleganten All-Black-Look: Bosworth im Samt-Saloon-Style und Theron als Indianer mit schwarzer Wildlederjacke mit Fransen.

Prada

Während Dior und Louis Vuitton sich immer mehr von seinen Wurzeln entfernen (jedenfalls was die Kilometer betrifft), so nähert sich Miuccia Prada sich ihren Ursprüngen immer mehr an. Die Designerin zeigte in der Heimat, genauer gesagt im Osservatorio in der Galleria Vittorio Emanuele II. (einem Teil der Fondazione Prada), welches zu einem der größten Einkaufsgalerien der Welt gehört.

Fotos: PR

Doch nicht nur in Sachen Standort blieb sich das Label treu, sondern auch bei den Entwürfen: Nylon ist ein großes Thema (diesmal nicht in Form von Rucksäcken oder Handtaschen), sondern als angedeutete Sportswear bei Hosen und Blusen. Genauso kehrten Federn wieder (hier geht es zu unseren letzten 5 Trendlektionen von Prada), es gab asiatische Schnittmuster sowie Muster von Lilien und Hasen zu sehen, die James Jean exklusiv für das Label entworfen hatte. Nicht zu übersehen waren auch die reichlichen Glitzer-Verzierungen an Tops an den transparenten Oberteilen und Röcken, die das Motto der Kollektion – Belle Époque – noch einmal verdeutlichten. Und damit bewies Miuccia Prada einmal mehr, dass sie den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft schafft.

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Chanel

Foto: PR

Über die Chanel Cruise Kollektion haben wir schon an dieser Stelle berichtet, aber das französische Modehaus darf in dieser Auflistung nicht fehlen. Bemerkenswert war, dass Chanel sich als einziges Haus an seine übliche Location hielt und wieder im Grand Palais in der Galerie Courbe präsentierte. Die einen deuten das als Zeichen, dass Karl Lagerfeld in seinem betagten Alter nicht mehr reisen will/kann, die anderen sprechen von Beständigkeit und Routine. Dafür ging die Kollektion wieder auf Reisen und entführte mit Massen an weich fallenden Stoffen in die Antike und das alte Griechenland.

Von Marie

Der erste Satz, wenn mich Leute kennenlernen ist: „Das ist aber selten.“ Ja, ich bin ein seltenes Exemplar: Berliner Eltern, Berliner Blut, Berliner Göre. Tatsächlich bin ich so sehr mit der Hauptstadt verbunden, dass ich meinem Kiez in Schöneberg seit über 20 Jahren die Treue halte und noch nie von hier weggezogen bin – und auch nicht dran denke. Und obwohl wir Schöneberger zwar sehr viel von Bio-Supermärkten und esoterischen Edelsteinläden halten, gibt es hier auch das ganz große Mode-Paradies: das KaDeWe. Der Tempel des Shoppings und der Ersatzkindergarten für meine Eltern, sozusagen das Småland bei Ikea für mich (andere Kinder haben dort ihren ersten Wutanfall, ich schmiss mich in voller Rage im Atrium des KaDeWe auf den Boden und weigerte mich zu gehen). Kein Wunder also, dass Mode und ich nie wirklich Berührungsängste hatten.

Spätestens seit der Oberstufe, in der ich – dank Blair Waldorfs Inspiration aus Gossip Girl (ja, das war meine Serie zusammen mit Gilmore Girls) – die Schule nie ohne Haarreif, Fascinator oder eine gemusterte Strumpfhose betrat, hatte auch mein Umfeld begriffen: Marie macht was mit Mode. Und weil ich damit in meinem katholischen "Elite-Gymnasium" so ziemlich die Einzige war, suchte ich meine Verbündeten 2011 woanders: im Internet. Auf meinem Blog Style by Marie. Und so begann meine modische Laufbahn.

Noch mehr Gleichgesinnte und vor allem Freunde fand ich auf der Akademie für Mode & Design in Berlin, bei der ich 2013 meine Ausbildung in Modejournalismus und Medienkommunikation startete. Was für mich seit der 1. Klasse klar war, nämlich das Schreiben mein Ding ist, wurde jetzt zu meinem Beruf: Journalistin. (Denn ja Oma, es gibt noch etwas anderes als Modedesignerin). Dank meines Blogs und einem Praktikum bei der Harper’s Bazaar Germany in der Online-Redaktion blieb ich auch dem Internet und dem Online-Journalismus treu. Und ratet mal, wo ich jetzt bin: Genau, bei Journelles, dem Blogazine, was alle meine Leidenschaften verbindet: Bloggen, Schreiben, online sein – zusammen mit euch!

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Journelles ist das grösste unabhängige Mode-Blogazine in Deutschland und wurde 2012 von Jessie Weiß gegründet. Die 34-jährige Unternehmerin legte 2007 den Grundstein für die Modeblogosphäre mit dem Netz-Urgestein LesMads und arbeitet seither als Journalistin, Moderatorin und Kreativdirektorin.