Berlinale: Interview mit Heike Makatsch

Velvet Room, Hotel de Rome. Heike Makatsch ist ein bisschen verspätet, sie hat morgens noch ihre zwei Töchter zur Kita gebracht. Am Abend findet die Eröffnungsgala der 64. Internationalen Filmfestspiele Berlin statt. 200 Limousinen sind gebucht – so viele Stars waren noch nie da! Auch Heike Makatsch wird als Botschafterin von L’Oréal über den Roten Teppich laufen und zweifelsohne für einen „Fashion Moment“ sorgen, denn kaum ein deutscher Star ist so gut gekleidet wie die gebürtige Düsseldorferin.

Vor dem großen Auftritt hat sie noch Zeit für ein Interview mit Journelles.

Wegen der Berlinale sind wie der alle im Kino-Fieber! Welcher Film hat dich das erste Mal ins Kino gelockt und wann war das?

Der Film den ich immer unbedingt sehen wollte, aber nicht sehen durfte, weil ich noch etwas zu jung war – ich glaube ich war neun Jahre alt und man musste zwölf sein – war „Grease“ mit Olivia Newton und John Travolta. Den hab ich dann erst später irgendwann sehen können, aber leider nie im Kino. Dafür dann aber „Das letzte Einhorn“ – das waren so meine ersten Kinoerlebnisse.

Heute gehörst du selbst zu den größten deutschen Filmstars. Wie bereitet man sich auf solche Events wie die Berlinale vor?

Wahrscheinlich sollte ich mich mehr vorbereiten! Man wird so was ja gerne gefragt und dann stehe ich immer da und denke „Mach’ ich gar nicht“. Für den Roten Teppich treffe ich mich mit meinen Designerinnen, die dann mit mir zusammen überlegen, was man da am besten tragen kann. Ansonsten gucke ich welche Filme laufen und das war’s.

Gibt es schon einen Film auf den du dich besonders freust?

Auf den Eröffnungsfilm „Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson heute Abend!

Du bist nicht nur Schauspielerin, sondern singst auch, hast Hörbücher veröffentlicht und wirbst erfolgreich für Kosmetikprodukte. L’Oréal arbeitet mit den großen Stars zusammen  – was hast Du empfunden, als Du das Angebot bekamst ebenfalls Botschafterin zu werden?

Man denkt viele Dinge: Passt das zu mir? Ist das der richtige Schritt in meinem Leben? Ist das etwas, womit ich identifiziert werden möchte, oder besser gesagt, kann sich L’Oréal mich wirklich als jemanden vorstellen, der die Marke repräsentiert? Wir mussten uns beschnuppern, annähern und Sicherheit gewinnen. Natürlich war ich geschmeichelt und geehrt und habe all die anderen Ladies gesehen, die für L’Oréal werben. Das hat mich in meiner Entscheidung bekräftigt. Und ich habe auch gelernt, über die Jahre hinweg die wir miteinander arbeiten, zwei sind es jetzt fast, wie sympathisch mir der Konzern ist. Das kann man ja auch nicht von allen Konzernen behaupten! Ich kann sagen, dass L’Oréal seine Produkte mit der Frau im Blick herstellt.

Im Rahmen der Kampagne wirst mit der Aussage „Verwandlung, Pflege und Schönheit gehört seitjeher zu meinem Schauspielerberuf“ zitiert. Wie genau sieht deine Pflege aus? Gibt es Rituale, Anwendungen oder bestimmte Produkte auf die du schwörst?

Ich versuche mich gut zu ernähren und wenigstens Fahrrad zu fahren, wenn ich nicht zum Yoga komme. Ich bin sehr genau darin mich immer abzuschminken! Ansonsten ist es in meiner Familie immer so gewesen, dass wir uns relativ zurück gehalten haben, was Äußerlichkeiten angeht. Wir sind nicht stark geschminkt oder eine wandelnde Parfümerie, so ist es bei mir auch. Ich versuche mich nicht ganz zu überdecken. Trotzdem ist Make-up und die Möglichkeiten, die für Frauen darin liegen, auch ein Begleiter von mir. Wenn ich arbeite und in eine Rolle schlüpfe oder Fotos für ein Editorial mache, dann freue ich mich immer sehr, wenn kreative und visionäre Leute sich etwas mit mir einfallen lassen, was dann eben nicht mehr ich bin am Schluss, sondern mit Schminke und Hair-Styling etwas aus mir heraus holen, was mich dann damit spielen lässt. Eine gute Hautpflege ist mir aber total wichtig, das ist einfach die Basis für alles andere, z.B. die „Revitalift Creme„, die die Haut super mit Feuchtigkeit versorgt. Ganz neu für mich entdeckt habe ich das „Perfect Match Makeup„, weil es genau den perfekten Hautton trifft.

Ich freue mich schon total auf deinen Red Carpet-Auftritt heute Abend, bestimmt wirst du wieder wunderschön aussehen. Wie ist das überhaupt, wenn man da im Blitzlichtgewitter steht: Empfindest du dich inzwischen als alter Hase oder ist das immer noch aufregend wie beim 1. Mal?

Ich war da noch nie so besonders aufgeregt, sondern habe es immer als eine spielerische Kommunikation mit dem Blitzlicht angesehen. Obwohl ich solche Auftritte wirklich selten mache, mache ich es immer ganz gern. Das ist irgendwie eine andere Seite, die mit meinem normalen Leben ganz wenig zu tun hat.

Du könntest auf dem Roten Teppich Designerroben von Valentino oder Chanel tragen, bleibst aber immer Berliner Labels wie Kaviar Gauche und Lala Berlin treu – warum machst du das?

Das habe ich mich auch schon mal gefragt! Abgesehen davon, dass mir die Sachen einfach gefallen und ich finde, dass beide Labels auf ihre unterschiedliche Art und Weise die Stadt und die Zeit, in der ich lebe und mein „So-geworden-sein“ am meisten repräsentieren, finde ich es auch ganz toll, dass ich mit meinem Fahrrad zu ihnen ins Atelier fahren kann und mit den Künstlerinnen zusammen überlegen kann, was wir machen. Es ist nicht so, dass mir drei Kleider geschickt werden, die dann für mich geändert werden. Ich werde in den Prozess eingebunden, die Designerinnen kennen mich und am Ende ist es nicht nur ein hübsches Kleid ist, sondern es ist mein Kleid.

Spielt es bei diesem Prozess eine Rolle, dass du vor deiner Karriere bei VIVA eine Schneiderlehre gemacht  hast?

Ich kann immer schon mal sagen „Die Schulter passt nicht“, „Hier muss noch ein Abnäher rein“, „Hier ist noch zu viel Stoff“! Also das fällt mir auf, ich weiß nicht ob das anderen auch auffallen würde, die keine Schneiderlehre gemacht habe.

Wie informierst du dich über Modetrends?

Die britische Vogue kaufe ich mir gern und das war’s eigentlich schon.

Und Blogs?

Ich lese keine Blogs!

Deine Top 5 Essentials in Sachen Mode, Accessoires oder Beauty?

Pullis, Turnschuhe, Röhrenhosen, Blazer. Ich mag auch gern Blusen!

Kaufst du lieber off- oder online ein?

Ich mache kein Online-Shopping, da bin ich zu alt für, glaube ich. Ich will die Sachen immer anfassen und anprobieren, ich bin auch sehr schlecht im wieder zurückschicken. Für mich ist das nichts. Es gibt Leute die viel Online-Shopping machen und alles wieder zurück schicken, das ist nicht meins. Das sagt einem auch einfach nichts, wenn man online so ein Foto von einem Kleid sieht.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und was trägst du heute?

Meine Jeans und einen Blazer von Achtland, den ich sehr mag wegen des Schnittes. Ich glaube mein Stil ist… ich weiß es nicht. Ich mag ihn auch gar nicht beschreiben! Ich finde das unangenehm mich selbst da in eine Box zu stecken. Ehrlich gesagt ich könnte das auch gar nicht!

Vor Berlin hast du lange in London gelebt – was hast du da an Stil und Lifestyle mitgenommen?

Mich hat die Mode- und Popkultur Englands schon davor sehr geprägt. Ich höre gern die Beatles und ich mag die Sechziger Jahre als erste Modebegrifflichkeit – das ist mein Modevorbild. Es ist in meinem Kleidungsstil vielleicht nicht mehr so ausgeprägt wie früher, aber ich glaube, dass mich das immer begleitet hat.

Letzte Frage: Auf welche deiner Projekte freust du dich in diesem Jahr besonders?

Also, ich freue mich, dass zwei neue Filme von mir herauskommen: der Kinofilm „Charleen macht Schluss!“ und der ZDF „Wir machen durch bis Morgenfrüh“. Außerdem beginne ich demnächst das Kino-Projekt „Alles ist Liebe“ mit einem tollen Schauspielerensemble. Ich freue mich sehr auf das Arbeiten!

Danke für das Interview!

 

Kommentare

  1. dieses Interview hätte ich gerne gehört und gesehen. Hat sie auf das Mega-Kompliment nur so reagiert und nicht Dankeschön oder so gesagt? Oder wurde das weggelassen?

  2. Minh Macaron sagte am

    Ein tolles Interview mit einer tollen Frau, ihr hättet es aber ruhig sorgfältiger abtippen können 😉

    • Liebe Minh, danke für den Hinweis! Ich versuche immer so gewissenhaft wie möglich zu arbeiten, aber leider bin ich keine professionelle Schlußredakteurin. Sorry!

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