Award-Season: So arbeiten Celebrity-Stylisten – Interview mit Leena Zimmermann und Dana Roski

Die Award-Season hat gerade so richtig begonnen und damit auch die Hochkonjunktur für die Celebrity-Stylisten. Die werden auch in Deutschland immer populärer und wir haben uns mit zwei der erfolgreichsten getroffen und sie gefragt: Jetzt mal ehrlich, klingt eure Arbeit nur so traumhaft oder ist sie es auch?

Ich weiß, dass ich mit dieser Fantasie vermutlich nicht alleine bin, doch wie gerne hätte ich eine eigene Stylistin. Und am Montagmorgen ist dieser Wunsch noch ein wenig dringlicher, als an jedem anderen Tag sowieso schon. Wie praktisch es wäre, wenn man morgens aufstehen würde und das perfekte Outfit bereits zusammengestellt wäre und am Schrank baumeln würde – natürlich gestylt mit Accessoires und Schuhen.

Und weil sich mittlerweile auch in Deutschland immer mehr Promi-Ladies diesen Luxus gönnen, haben Celebrity-Stylisten gerade Hochkonjunktur. Denn wenn draußen die Temperaturen sinken, geht es für die VIPs in die richtig heiße Phase – die Award-Season beginnt. Eingeleitet von hochkarätigen Preisverleihungen wie dem Bambi, gefolgt von unzähligen Filmpremieren, Charity-Veranstaltungen und festlichen Bällen in der Vorweihnachts- und Silvester-Zeit, dem Übergang zur Fashion Week im Januar und der Berlinale im Februar, sind diese für Stylisten wohl die turbulentesten Monate des Jahres.

Wie bereiten sie sich darauf vor? Wovon lassen sie sich für ihre Looks inspirieren? Wonach entscheiden Luxus-Labels wie Chanel, welche Celebrities ihre Kleider tragen dürfen? Und wann verweigert man auch mal die Arbeit mit einer Kundin?

Um Antworten auf all diese Fragen zu bekommen, haben wir uns zum Interview mit den beiden Berliner Stylistinnen Leena Zimmermann – sie arbeitet mit Schauspielerinnen wie Hannah Herzsprung und Karoline Herfurth – und Dana Roski getroffen, die seit Jahren unter anderem für den Look von Joy Denalane und die Style-Evolution von Lena Meyer-Landrut verantwortlich ist. (Ein Closet Diary mit Dana findet ihr übrigens hier und ein Karriere-Interview hier!)

Außerdem haben die beiden Modeprofis uns nicht nur verraten, was in diesem Herbst/Winter auf den Teppichen der absolute Trend sein wird, sondern auch einige Tipps gegeben, wie jede Frau es schaffen kann, ihren ganz persönlichen Stil zu finden. Auch ohne Stylistin. Auch am Montagmorgen.

Wie informiert ihr euch über neue Trends, Looks und Kampagnen? Macht ihr zu Beginn jeder Saison eine XXL-Recherche oder ist es eher ein täglicher Prozess?

Leena: Heutzutage muss man kaum noch Lookbooks durchschauen. Wenn du einen Instagram-Account hast, bist du spätestens nach dem Fashion-Week-Marathon über jede Kollektion bestens informiert. Außerdem folge ich einigen internationalen Celebrity-Stylisten. Ich schätze die Arbeit von Kate Young sehr: Sie arbeitet mit Michelle Williams, Rachel Weisz und Natalie Portman sowie von Elizabeth Stewart, die Cate Blanchett anzieht.

Dana: Ich tue mich mit Trends und Prognosen sehr schwer und versuche immer, ein wenig abseits davon zu arbeiten. Ich vermeide, zu sehr darauf zu gucken, was andere machen, um mehr bei mir zu sein.

Buchen eure Kundinnen euch konkret für bestimmte Shootings und Red-Carpet-Auftritte? Oder zahlen Sie einen pauschalen Monatsbeitrag und können eure Arbeit so oft sie wollen in Anspruch nehmen?

Leena: Das ist unterschiedlich. Einige gehen nur selten auf Veranstaltungen und rufen an, wenn sie mich brauchen. Andere finden es wichtig, komplett von mir beraten zu werden. Kontinuität ist in diesem Job sehr wichtig und zahlt sich auch langfristig aus. Persönlicher Stil ist schliesslich eine konsequente Entwicklung.

Dana: Viele denken, Styling ist wie ein Einkauf im Supermarkt. Einmal hin und erledigt. Doch mit einem Treffen ist es definitiv nicht getan, man muss sich Zeit dafür nehmen und miteinander auf eine Reise gehen. Man kann doch das Ziel nicht beurteilen, wenn man gerade erst am Flughafen eincheckt.

Wonach entscheidet ihr, mit wem ihr zusammenarbeitet?

Dana: Weil ich selbst auch eine Geschäftsfrau bin, finde ich es am spannendsten, mit anderen starken, coolen Frauen zu arbeiten, die einen Sinn fürs Business haben und sich damit ein faszinierendes Karriere-Konstrukt aufgebaut haben. Egal, in welcher Branche.

Leena: Mir fällt eine Zusammenarbeit mit Personen am leichtesten, die in einem ähnlichen Alter wie ich sind. Man tickt ähnlich, fühlt einen gemeinsamen modischen Zeitgeist… und man hatte wahrscheinlich in den Neunzigern das gleiche Sweatshirt an.

Dana: Witzig, dass du das sagst, denn ich arbeite mit niemandem, der ähnlich alt ist wie ich. Lena ist fast zehn Jahre jünger, Joy zehn Jahre älter… Mir macht genau das die Arbeit sogar leichter. Ich habe oft gemerkt, dass sich Leute in meinem Alter mit der Rollenfindung schwer tun. Oft vergleichen sie sich dann zu sehr mit mir oder spüren eine Konkurrenz. Durch die Altersdistanz neutralisiert sich das Verhältnis und wird professioneller.

(Fotos: Hubert Burda Media, Instagram/lenas_view)
(Fotos: Hubert Burda Media, Instagram/lenas_view)

Was ist die größte Herausforderung in eurem Job?

Dana: Ich habe gerade erstmals mit einer neuen Kundin gearbeitet, eine der erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen, die sich ein jüngeres und moderneres Image wünscht. Das war unglaublich spannend, doch es war für uns beide auch eine große Herausforderung. Denn sie ist ein absoluter Vollprofi und weiß genau, was sie will. Doch im Hinblick auf ihr Styling weiß ich eben auch ganz genau, was ich gerne sehen würde. Es erfordert eine große Portion Mut zu sagen: Ich bin mit meinem Konzept immer erfolgreich gefahren, doch ich lasse mich darauf ein und fange komplett bei Null an. Ich trage Farben und Schnitte, die ich bisher nicht getragen habe, weil ich meiner Stylistin vertraue.

Leena: Es ist grundsätzlich eine große Challenge, wenn jemand schon ganz klar weiß, was er will. Da kann man sich noch so große Mühe geben, manche wollen aus ihrer Komfortzone überhaupt nicht raus.

Viele Schauspielerinnen und Sängerinnen gönnen sich neuerdings auch bei uns in Deutschland den Luxus einer Stylistin. Wie erklärt ihr euch diese Entwicklung?

Dana: Früher haben viele Frauen ein schlichtes schwarzes Etuikleid gekauft und das bei jeder zweiten Premiere getragen. Doch in den letzten vier Jahren sind die verschiedenen Branchen miteinander so verschmolzen, dass man neben seinem eigentlichen Beruf auch Markenbotschafter für ein Label wird sowie für ein Shooting mit Chanel oder Werbung vor der Kamera steht. Dadurch wird das Berufsfeld einer Sängerin oder Schauspielerin erweitert – wie clever jemand diese Chancen nutzt, hängt (auch) von seinem äußerlichen Erscheinungsbild ab. Diese Erkenntnis verändert die Denkweise vieler Frauen, die öffentliche Auftritten jetzt dazu nutzen, aus der Masse herauszustechen und dadurch ganz andere Personenkreise auf sich aufmerksam machen. Lena hat seit kurzem einen neuen Vertrag bei Universal, in den ich sogar mit hinein verhandelt wurde. Das wäre noch vor fünf Jahren undenkbar gewesen.

Leena: Durch die Arbeit, die wir machen, steigern wir den Marktwert einer Person, auch für Kunden und Aufgaben abseits ihrer eigentlichen Profession. Jeder Gang über den Teppich ist im Idealfall auch ein Weg in Zeitschriften oder auf Blogs. Wenn viel zurück kommt, steigt auch die Bereitschaft, sich etwas Gewinnbringendes zu leisten.

Eure Kundinnen sind eure Visitenkarten, dennoch dürft ihr ihnen nicht euren persönlichen Stil aufdrängen. Wie findet man hier die richtige Balance?

Leena: Das ist genau das, was man als Stylist können sollte. Es geht schließlich nicht darum, seine Kundinnen zu Klonen zu machen. Ich denke beim Auspacken nie, oh mein Gott, das will ich auch alles haben. Ich versuche, die Person zu sehen, überlege mir, in was sieht sie toll aussieht, was schmeichelt ihrer Figur und welche Farben stehen ihr besonders gut.

Dana: Ich arbeite grundsätzlich nicht mit Labels, deren Designer ich persönlich nicht mag. Jeder kann einen schönen Rock machen, aber darum geht es in der Mode nicht allein. Für mich ist entscheidend, was ein Designer mit seiner Kollektion aussagen möchte. Darüber hinaus beeinflussen persönliche Vorlieben und Interessen meine Arbeit nicht.

 

Celebrity Styling red Carpet Stylist
(Fotos: Instagram @waldberlin / @leena_zimmermann_styling)

 

Wieviele Outfits stellt ihr euren Kundinnen für ein Event vor?

Leena: Je länger man eine Person kennt, desto schneller funktionieren Anproben. In der Anfangszeit fährt man stangenweiße Sachen auf, 40-50 Kleider für ein Event. Irgendwann weiß man, was zu den Frauen passt, dann reicht eine kleine Auswahl.

Nehmen wir an, ihr habt ein Kleid, das mehreren Kundinnen steht. Wonach entscheidet ihr, wer es tragen darf?

Leena: Es kommt schon vor, dass man ein Outfit an mehreren Personen fittet. Am Ende rate ich immer derjenigen zum Kleid, der es auch am Besten steht.

Dana: Ich versuche immer, in das jeweilige Outfit so viel Einzigartigkeit reinzubringen, dass man in ganz Deutschland kaum noch jemanden finden würde, der das ebenfalls tragen könnte (lacht).

Viele Luxus-Labels geben genau vor, wer ihre Kleider tragen darf. Zur Überprüfung einer Person googeln die Häuser auch schon mal nach früheren Styling-oder Frisur-Pannen… 

Leena: Es gibt tatsächlich Restriktionen von einigen Firmen, Chanel ist in dieser Hinsicht sehr extrem. Da kann man noch so tolle Frauen vorschlagen, wenn Paris nicht überzeugt ist, werden keine Kleider zur Verfügung gestellt. Basta.

Dana: Als ich angefangen habe mit Lena zu arbeiten, wollten sie nur wenige Firmen und vor allem wenig High-Fashion-Labels, ausstatten. Heute sieht das ganz anders aus. Es ist eine langfristige Arbeit, bei der man unbedingt auf Kontinuität und Qualität setzen sollte. Und irgendwann kann man dann die Lorbeeren ernten, wenn das Image einer Person ganz anders wahrgenommen wird. Und genau das ist das Schöne, wenn man sich für die Zusammenarbeit mit einem Künstler entscheidet.

 

Chanel Celebrity Styling Red Carpet
(Foto: Leena Zimmermann)

 

Wie sichert ihr euch vor Events ab, dass Designer oder PR-Agenturen anderen Promis nicht exakt das gleiche Outfit zur Verfügung stellen? Obwohl es für jeden Promi der absolute Supergau ist, passiert’s ja doch immer wieder…

Dana: Eigentlich sollten die Designer und die Agenturen selbst darauf achten, doch oft tun sie es leider nicht. Aber auch wenn ich noch so häufig nachfrage, bei der letzten Fashion Week gab es tatsächlich die Situation, in der Lena für eine Schau das exakt gleiche Outfit zugeschickt wurde wie einem anderen Celebrity. Die beiden Frauen saßen mit den gleichen Klamotten in der Front Row. Das ist ein absolutes No-Go. Doch das merkt man sich und arbeitet mit den Labels oder den Agenturen zukünftig nicht mehr zusammen.

Ist eure Arbeit nicht auch oft psychologisch? Eure Kundinnen machen sich vor euch ja in jeglicher Hinsicht völlig nackt…

Leena: Definitiv! Es ist sehr wichtig, dass man die Person ernst nimmt, mit all ihren Sorgen und Unsicherheiten. Vertrauen ist die Grundlage guter Zusammenarbeit. Jeder soll sich bei mir gut aufgehoben fühlen. Und weil diese Zusammenarbeit so intim und persönlich ist, bin ich mit den meisten Frauen mittlerweile auch privat eng befreundet.

Dana: Kleidung ist eine Komfortzone, eine Uniform. Wer bereit ist, sich völlig zu entblößen und auf neue Vorschläge einzulassen, bringt mir ein unheimlich großes Vertrauen entgegen, das muss man zu schätzen wissen. Ich versuche immer, jeder Frau bewusst zu machen, dass sie schön ist. Denn ich kenne wirklich keinen einzigen Menschen, der perfekt ist. Jeder hat irgendwo seine Problemstellen, sogar Models. Es braucht nur jemanden, der dabei hilft, diese geschickt zu kaschieren.

Stimmt es, dass ihr beim Fitting grundsätzlich auch immer ein Test-Posing macht?

Leena: Na klar, wenn man beispielsweise eine sehr weite Marlene-Hose trägt, muss man genau wissen, wie man sich damit hinstellen muss. Es gibt einfach extrem viele Positionen, die unvorteilhaft sind. Und am Ende interessiert die Leute nicht, wie toll ein Outfit in Wirklichkeit saß, entscheidend ist hinterher nur, dass es auf den Fotos super aussieht. Ich fahre meistens sogar persönlich mit zu den Events, damit auch alles perfekt sitzt.

Dana: Das ist außerdem auch aus psychologischen Gründen wichtig. Wenn man jemanden in ein Outfit steckt, für das vorher vielleicht sogar ein wenig Überzeugungsarbeit nötig war, dann gibt die bloße Anwesenheit der Person ein richtig gutes Gefühl, wenn sie den Teppich betritt.

Eure Schützlinge landen auf Best-Dressed-Listen und werden für ihr tolles Modegespür gefeiert. Ist es nicht undankbar, dass ihr im Hintergrund die ganze Arbeit macht?

Dana: Überhaupt nicht, das sind Lorbeeren, über die ich mich extrem freue.

Leena: Ich arbeite gerne im Hintergrund. Eine Karriere im Scheinwerferlicht wäre nichts für mich. Ich finde es wichtig, dass die Firmen, mit denen ich arbeite, meine Leistung schätzen. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Projekte.

Was ist das schönste Kompliment, das eine Kundin euch machen kann?

Dana: Das wohl schönste Kompliment ist, wenn jemand nicht mehr ohne mich arbeiten möchte. Ich muss nicht in der Öffentlichkeit gefeiert werden, aber wenn jemand sagt „Ich brauche dich, bitte bleib bei mir, weich nicht mehr von meiner Seite“, diese Form der Wertschätzung macht mich total glücklich.

 

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Das größte Missverständnis hinsichtlich eures Jobs ist wohl, dass ihr alles behalten dürft, was euch für Events zur Verfügung gestellt wird. Dabei müsst ihr die meisten Sachen danach ja umgehend zurückschicken. Oder?

Leena: Zum Glück! Wer soll das denn alles lagern? Die wenigsten der Sachen sind Geschenke, sondern lediglich Leihgaben. Aber sogar die Sachen, die ich selbst für Shootings oder für mich kaufe, sortiere ich regelmäßig aus und veranstalte dann Vente Privée Vintage Sales.

Dana: Ich habe gar keine Zeit, die Sachen zu verkaufen. Ich verschenke das meiste an Freundinnen oder Mitarbeiterinnen. Bei mir zu Hause steht oft eine Stange, von der die Mädels sich mitnehmen können, was ihnen gefällt.

Ihr beschäftigt euch rund um die Uhr mit Mode und geht beruflich shoppen. Welches sind eure ganz persönlichen Lieblingslabels?

Leena: Ich liebe Dries van Noten. Wenn ich in seinen Laden in St. Germain in Paris gehe, bricht es mir das Herz, dass ich mir gerade mal ein Teil gönnen kann, während eine andere wohlhabende Kundin spontan zehn Sachen mitnimmt. Aber ich finde es schön und wichtig, dass es diese Begehrlichkeiten gibt.

Dana: Mir ist auch extrem wichtig, dass Mode seinen Zauber behält. Ich habe in letzter Zeit sehr viel gearbeitet und gespart und möchte mir nachträglich zum Geburtstag gerne etwas Besonderes schenken. Am liebsten ein Diamant-Armband von Cartier. Doch gerade bei solchen Luxusartikeln ist es mir wichtig, dass es nicht jeder hat, deshalb suche ich nach Sachen, die womöglich schwer zu bekommen oder aufgrund einer ungewöhnlichen Farbkombination unpopulär sind. Natürlich ist das eine Investition, doch wenn sie gut überlegt ist, weiß ich, dass ich dieses Stück 30 Jahre tragen werde. Je länger ich in der Mode arbeite, desto wichtiger ist mir Qualität.

Was ratet ihr Frauen, die keine persönliche Stylistin haben – wie schafft man es, seinen eigenen Stil zu finden?

Dana: Stil kann man nicht kaufen, man kann auch nicht einfach auf einen Knopf drücken. Das geht mit Zeit einher, man muss ihn sich erarbeiten. Ich empfehle immer, sich zuerst einmal ausführlich mit seinem Körper auseinander zu setzen. Viele Frauen tragen Sachen, weil sie in sind. Aber sie passen überhaupt nicht zur eigenen Körperform. Am Ende des Tages dreht sich schließlich auch hier alles um die physikalischen Gesetzte: Wenn du die Stellen betonst, an denen du schlank bist, wird der Rest optisch kaschiert. Klar, wer hübsch ist und einen guten Körper hat, kann alles tragen. Doch kurz und sexy finde ich total langweilig. Es ist doch viel interessanter, den Körper geschickt zu modellieren und an einigen Stellen bewusst zu verdecken.

Leena: Ich rate immer dazu, dass Frauen sich mehr trauen sollten. Probiert neue Farben und Schnitte aus. Nur so findet ihr heraus, was euch steht. Und zieht die Teile an, die in eurem Schrank hängen, statt ewig auf die richtige Situation zu warten. Völlig unabhängig von Wochentag oder Anlass. Modisch sein bedeutet nämlich auch, darauf zu pfeifen, was andere sagen.

Vielen Dank für das Interview!

 

(Fotos Header: Leena Zimmermann, Dana Roski)

Von Anna-Lena

„Boah, die Jacke ist ja schrecklich. Grünes Wildleder mit applizierten Pailletten?! Lena, guck mal, ich hab hier was für dich!“ Jep, so in etwa klingt ein ganz normaler Dialog mit meiner Schwester. Denn ich schockverliebe mich bereitwillig in außergewöhnliche und ausgefallene Statement-Teile. Glitzernde Boots? I’m in! Der Rest ist dann meist sehr clean und praktisch, damit ich jederzeit quer über die Straße flitzen und die einfahrende U-Bahn erreichen kann.

Vielleicht könnte man meinen Stil wie das beschreiben, was dabei herauskäme, wenn Chloë Sevigny, Lou Doillon und Harry Styles in eine WG ziehen (wie lustig wäre das bitte?) und fleißig Lieblingsteil-Sharing betreiben würden. Ich muss nämlich gestehen, dass ich nicht nur modisch, sondern in jeglicher Hinsicht extrem schnell gelangweilt bin. Deshalb versuche ich ständig, mich und meine Welt neu zu erfinden. Vermutlich bin ich auch deshalb schon so oft umgezogen. Mein absoluter Lieblingsort – abgesehen von Los Angeles, meinem „home away from home“ – ist definitiv der Fensterplatz im Flugzeug. Der Moment, wenn die riesige Maschine abhebt, man auf dem Weg ins nächste Abenteuer ist und überhaupt keine Ahnung hat, welche Überraschungen einen erwarten – I love it.

Auch beruflich bin ich ziemlich umtriebig, ich habe schon für viele deutsche Zeitschriften und Online-Magazine geschrieben, darunter zB. Elle.de, Grazia, Gala, Jolie, Women’s Health, Stylebook, Couch und viele andere. Am alleroberliebsten treffe ich spannende Menschen zum Interview oder wusele für Behind-the-Scenes-Reportagen im Backstage-Bereich von Award-Verleihungen oder Fashion Shows rum.

Wer mir dabei folgen möchte, findet mich natürlich auf Instagram.

Kommentare (9) anzeigen

9 Antworten auf „Award-Season: So arbeiten Celebrity-Stylisten – Interview mit Leena Zimmermann und Dana Roski“

„Ich weiß, dass ich mit dieser Fantasie vermutlich nicht alleine bin, doch wie gerne hätte ich eine eigene Stylistin.“
Das kann ich so gar nicht nachvollziehen! Es macht doch total Spaß, sich seine Looks selbst zusammenzustellen, ganz nach dem eigenen Gefühl des jeweiligen Tages. Ich hätte glaube ich arge Probleme damit, mich da voll und ganz auf jemand anderen zu verlassen. Das eigene Outfit ist meiner Meinung nach etwas Subjektives, das viel über meine aktuelle Gefühlslage aussagt. Ich weiß nicht, ob ich das von jemand anderem aufoktroyiert bekommen möchte.
Auch mit Promis, die sich komplett von Stylisten einkleiden lassen, habe ich irgendwie Schwierigkeiten. Sind sie das überhaupt selbst? Lena z.B. ist für mich irgendwie ungreifbar, hat keinen eigenen Stil, wirkt eher wie eine Kleiderstange, die sich von anderen sagen lässt, was sie tragen soll. Klar, einige ihrer Looks gefallen mir, aber das ist sie ja nicht selbst…
Ich tue mich gerade schwer es in Worte zu fassen, aber vielleicht versteht ja jemand meine verqueren Gedanken 😉

Liebe Ann,
ich weiß sogar selbst ziemlich genau, was du meinst 🙂
Ich könnte mir zum Beispiel niemals am Abend vorher ein Outfit für den nächsten Tag raushängen, da ich das immer total von meiner Laune und meiner Stimmung abhängig mache. Und trotzdem gibt es Momente – zugegebenermaßen oft dann, wenn ich unter Zeitdruck bin – in denen mir nichts genialer erscheint, als die Vorstellung, jemand würde genau meinen Geschmack kennen und mir schon alles zurecht legen, sodass ich einfach nur noch hineinschlüpfen muss. Aber völlig aufhören, mir eigene Looks zu überlegen, möchte ich natürlich auch nicht 😉

Oder wenn man mal wieder – trotz vollem Schrank – wirklich überhaupt gar nichts anzuziehen hat … 😉
Stelle mir auch wahnsinnig gern meine Outfits zusammen, aber es gibt Tage, an denen ich völlig uninspiriert und lustlos bin.
Was würde ich in solchen Momenten für eine Stylistin geben 🙂

Genau! Ich sage nie „ich habe nix anzuziehen“, sondern an manchen Tagen „ich kann mich heute nicht anziehen“. Liegt übrigens meist daran, dass ich mich in Gedanken an einem Teil festbeiße und dann das Styling nicht fertig kriege, weil die Kombi in Gedanken irgendwie anders war ???. Dann die Kurve zu kriegen, ist für mich schwierig….aber das ist ja eben die Herausforderung! Ne Stylistin? Jedenfalls nicht mein Traum!
Gruß aus wonderfull Copenhagen – sogar bei winterlichem Geniesel eine Offenbarung! su

„Ich empfehle immer, sich zuerst einmal ausführlich mit seinem Körper auseinander zu setzen.“ -> Habt ihr hier irgendwelche Seiten oder Bücher, die ihr empfehlen könnt?
Ich sehe total oft schöne Menschen, die sich unvorteilhaft kleiden. Aber so richtig „greifen“ woran es liegt kann ich meistens nicht. Und so auch bei mir selbst – ich mag manche Körperteile sehr gerne von mir und fühle mich dann in manchen Kleidungsstücken doch nicht wohl – weiß aber nicht wirklich woran es liegt.

Hoffe es macht Sinn was ich da sage 😉

Lena als Kleiderstange abtun und Ihr keinen eigenen Style zuzugestehen finde ich ziemlich hart oder daneben.
Man muss sich nur mal ihre Instagram Fotos anschauen, die keinen Anlass wie roten Teppich etc. haben. Sie mag z.B. Schwarz. Und das schon seit Anfang Ihrer Karriere.
Ansonsten sagt Sie selbst, dass Sie öffentliche Auftritte wie bei Preisverleihungen etc. auch nutzt, mal etwas auzuprobieren, sich , zu verkleiden ‚ . Ich denke, da ist sie nicht die Einzige. Nur durch Dana passt die schicke Kleidung meistens auch gut zu Lena.

Diese Interview fand ich wirklich sehr interessant.
Ich muss gestehen manchmal hätte ich gerne eine Stylistin und an anderen Tagen wäre ich auch gerne eine! haha 😉
Ich finde eine Outfit kann so viel für eine Person tun. Es ist einfach spannend zu sehen wie sich verschiedene Looks sich auf jemanden auswirken. Durch sie können wir uns sexy, selbstbewusst etc fühlen.
Ein toller Job, der sicherlich spannend und abwechslungsreich ist und wie die beiden Damen gesagt haben, man lernt dadurch auch neue Freunde kennen. 🙂

„Klar, wer hübsch ist und einen guten Körper hat, kann alles tragen.“
Achso, und was ist dann der Rest?
Der ist hässlich und hat einen schlechten Körper?
Oder meint sie vielleicht eher: Wer den Mainstream- und Medien-Idealen nach eine schlanke Figur hat (aber mit Kurven an den richtigen Stellen!), kann alles tragen…

Mich stört hier die Wortwahl.

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