5 Trendlektionen aus der Pre-Fall 2018 Kollektion von Chloé

Für Natacha Ramsay-Levi, Chefdesignerin bei Chloé, ist die Hauptaufgabe einer Pre-Collection, die Kundin zu kleiden. Während bei Hauptkollektionen die Präsentation, das Handwerk und vor allem der Wunsch zu überraschen im Fokus stehen, sind es die Zwischenkollektionen, die den Missing Link zur Gesamtwahrnehmung eines Modehauses darstellen.

Es ist Ramsay-Levis zweite Kollektion, nachdem sie im Juli 2017 beim erfolgreichen, französischen Traditionslabel den Posten als Chefdesignerin von Clare Waight-Keller übernommen hat und ihr ist es durchaus gelungen, dem unkonventionellen, leichten Flair der Marke ihren persönlichen Stempel zu verpassen, ohne die DNA aus den Augen zu verlieren. Nach ihrer gefeierten Debut-Kollektion für Spring / Summer 2018 hat Ramsay-Levi bewiesen, dass sie ihren Vorgängern (darunter große Namen wie Karl Lagerfeld, Stella McCartney und Phoebe Philo) in nichts nachsteht. Mit dem richtigen Fingerspitzengefühl für die Geschichte des 65 Jahre alten Modehauses und dem State- of-Mind der jungen Chloé-Kundin besticht auch ihre Pre-Fall 2018 Kollektion durch tragbare, weibliche und kombinierbare Entwürfe – alle mit diesem typisch französischen flou, für den Chloé bekannt ist.

Gebrochen wird die liebliche Optik durch derbe Cargohosen, Woll-Culottes und Hightop-Sneaker, die wohl noch mal ein kleines „Hallo” aus ihrer Zeit bei Balenciaga sind. Chloés bestes Pferd im Stall (ha!), die Tasche, kommt in der Pre-Fall-Kollektion mindestens sechs Mal als potentieller It-Bag-Kandidat um die Ecke. Vor allem die Bucket-Bags werden mit Sicherheit an vielen Armen der Branche baumeln.

Hier kommen 5 Trendlektionen aus dem zweiten Coup von Natacha Ramsay-Levi für Chloé:

1. Ab zum Pferderennen

Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé

Die große Überschrift für die Pre-Fall 2018 Kollektion lautet: Reitsport. Wie ein roter Faden ziehen sich Elemente aus dem Pferdesport durch alle Bereiche der Kollektion. Gürtel werden von Schnallen geziert, die an Pferdetrensen erinnern. Wollhosen und Hüte mit kleinem Schirm ziehen Referenzen zum Outfit eines Jockeys und langärmige Shirts aus Baumwolle sind mit sportlichen Reißverschlüssen am Stehkragen versehen oder scheinen direkt aus dem Teamkleiderschrank einer Equipe geklaut worden zu sein. Wie auch im Sommer zieren kleine Pferde als Stitching oder Print Taschen, Hüte und Kleidung der Kollektion.

2. Groovy, Baby! Welcome to the 70s

Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé

Blusen und Jackets bekommen durch spitze Krägen und abstrakte Prints in Orange- und Blautönen echten David-Bowie-Flair, die in langen Bahnen fließenden Kleider versprühen Woodstock-Feeling. Seitdem die Farbe Braun ihren Siegeszug als Trendfarbe angetreten hat, bin ich mit ihr versöhnt. Die Pre-Fall-Kollektion spielt mit allen Nuancen des Tons und Ramsay-Levi rundet die Entwürfe durch Kombinationen mit Cremeweiß, tiefem Blau, knalligem Rot und Khaki stimmig ab. Die Rüschenblusen und Maxikleider hätten sicher auch einer Carole King gefallen.

3. Tradition trifft Streetwear trifft Leichtigkeit

Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé

Bei Chloé Pre-Fall 2018 treffen zarte Weiblichkeit und französisches Flair auf Hightop-Sneaker und strenge Woll-Blazer in Waldgrün. Gekonnt werden Elemente aus diesen so unterschiedlichen Bereichen gemischt, dass man erst auf den zweiten Blick merkt, dass da eine feine Spitzenbluse zu der ziemlich derben Cargopants gestylt ist. Mich erinnern die Stoffgürtel auf jeden Fall an die in den 90er Jahren schwer angesagten Skatergürtel von Dickies. Ich hätte sie vermutlich mit der Kneifzange nicht mehr angefasst, in Erdtönen und in Kombination mit der goldenen Schnalle legen sie aber eine erstaunliche High-Fashion-Transformation hin. I-Tüpfelchen sind die weißen Turnschuhe.

4. Sport it up! Kniehohe Tennissocken

Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé

Hier wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, aber die Tennissocken zu den Lace-Boots im Cowboy-Look und in Kombination mit klassischen Wollculottes und -schlaghosen sind so schlicht wie raffiniert gestylt. Vor allem können wir diesen Trend schon jetzt ordentlich nachstylen, denn jeder von uns besitzt mit Sicherheit dieses eine vergessene Paar Sportsocken, das schon viel zu lange in der Schublade vor sich hin siecht. Liebe Socke, dein Moment ist nun gekommen und wir kombinieren dich zu Tweed, Cord, Tüll und Leder, wie es uns gefällt!

5. Gekonnter Materialmix

Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé
Photo: Courtesy of Chloé

Das Thema Materialmix hat Ramsay-Levi für Chloé sehr stimmig umgesetzt. Anstatt in die Vollen zu gehen, treffen in den Entwürfen Wollfilz, (Lack-)Leder, Baumwolltwill, Baumwolle, Spitze und Cord aufeinander und strahlen einen Utility-Macher-Charakter aus, der die sportlich-klassischen Looks der Kollektion wunderbar unterstreichen. Abgerundet wird das Konzept durch die Wahl von Erd- und Naturtönen, wie eingangs erwähnt. Große Aufmerksamkeit wird fließenden Stoffen und hellen Akzenten eingeräumt, um den Looks nicht die französische Leichtigkeit zu nehmen.

Bilder im Header: Courtesy of Chloé und Paolo Roversi

Kommentare

  1. lisa@journelles.debe_sta@gmx.de
    Bettina sagte am

    Liebe Lisa,
    Danke für den schönen Artikel! Allerdings würde ich den Formulierungen (Wiederholungen von „flair“ und „Hallo aus der Balenciaga Zeit“) ein wenig mehr Abwechslung wünschen und auch die Rechtschreibung könnte noch ein kleines Update vertragen: „.. Paar Sportsocken, dass schon viel …“! Das sollte schon drin sein, oder?

    • lisa@journelles.delisa@journelles.de

      Liebe Bettina,

      danke für dein Feedback. Das „Hallo … ” sollte tatsächlich nur ein Mal seinen Weg in den Artikel finden. Mit dem Wort Flair indes fühle ich mich einfach tief verbunden.
      Ich hoffe, du hattest dennoch ein schönes Leseerlebnis.

      Für den nächsten Artikel ist dann mehr drin 😉
      Liebe Grüße,
      Lisa

    • lisa@journelles.dekatharina_gross@gmx.net
      Katharina sagte am

      Nur zur Info…man schreibt „das“ nach dem Komma mit einem „s“ , sofern es sich auf ein Nomen bezieht (hier die Sportsocken) und somit es sich um ein Pronomen und keine Konjunktion handelt !!!
      Also ist es im Artikel kein Fehler ?

  2. lisa@journelles.deinfo@livingthebeauty.de

    Sehr interessante Kollektionen von denen mich aber leider nur die Sport it up Kollektion anspricht, und auch nur wenn man die Tennissocken weglässt. Ich glaube mein Sinn für Mode ist zu wenig ausgeprägt, als dass mir die Kollektionen wirklich gefallen würden ^^“

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