Bye-bye 2016, hello 2017: Jahresrückblick und Vorschau mit Marlene Soerensen

„Stilvoll“, so heißt nicht nur das Buch, das Marlene Soerensen in diesem Jahr veröffentlicht hat – nein, so könnte man auch sie selbst und ihren ganz persönlichen Geschmack beschreiben, egal, ob es um Fashion, Interior oder die Einstellung zum Leben geht (ein Closet Diary findet ihr übrigens hier).

Als wir uns überlegt haben, von wem wir gerne wissen würden, welche Trends ihn in dem vergangenen Jahr fasziniert haben, was die beste Designer-Neuentdeckung war und was das neue Jahr bringen wird, war natürlich sofort klar, dass die Modejournalistin dabei sein muss. Und deshalb eröffnet Marlene die Reihe unserer Lieblingsmenschen, mit denen wir gemeinsam auf 2016 zurückblicken und 2017 begrüßen wollen.

Liebe Marlene, was geht dir durch den Kopf, wenn du das Jahr Revue passieren lässt?

Puh. Yeah! Häh? In 2016 blieb manchmal nicht einmal genug Zeit, länger als in Stichworten zu denken und irgendwie doch genug Zeit, zuarbeitenmamazuseinundeinbuchzuschreiben. Ein schön anstrengendes Jahr. Oder auch: ein anstrengend schönes Jahr.

Was war der schönste/aufregendste Moment – oder die größte Überraschung?

Mein Buch „Stilvoll“ nicht bloß zu schreiben, sondern es gedruckt in meinen Händen zu halten und mit einigen derer, die am wichtigsten sind, zu feiern. Als ich an dem Abend zu meinem Mann und Sohn guckte, habe ich mich selbst damit überrascht, wie sehr ich plötzlich heulen musste. Vor Erschöpfung, aber vor allem vor Dankbarkeit, denn ohne die beiden wäre (auch) das Buch nicht zu dem geworden, was es ist.

Was war für dich die inspirierendste Begegnung/Erfahrung?

Nicht erst eine Erfahrung in 2016, aber ich bin nachhaltig dankbar für die Mütter um mich herum, deren Nähe, Humor und Verständnis mir das Muttersein erleichtern.

Was war mit Abstand die beste Anschaffung des Jahres?

Unsere Wohnung. Ich wiederhole: Puh. Yeah! Häh?

Was war dein absolutes Lieblings-Piece?

Es waren drei Wrap-Mäntel – in Camel von Zara, in Navy von Edited und in Grau von Totême –, mit denen ich auf dem Weg in die Kita so aussehe, als hätte ich mich und mein Leben im Griff.

Gab es einen Trend, den du nicht verstanden oder bewusst nicht mitgemacht hast?

Es gab sogar mehrere: Steghosen, Kropfhalsbänder aus Samt, bauchfreie T-Shirts… Wenn man alt genug ist, um den Trend beim ersten Mal mitgemacht zu haben, darf man das Comeback durchwinken.

Was ist deine persönliche Beauty-Neuentdeckung des Jahres?

Naturkosmetik von Und Gretel, besonders das Lifting Modellage Powder Sunne.

Gibt es ein (neues) Fashion Label, in das du dich im vergangenen Jahr Hals über Kopf verliebt hast?

(Fotos: Instagram/alexeagleofficial)

Gibt es ein Interior Piece, das neu in deine Wohnung einziehen durfte, über das du dich besonders freust?

Zwei Bambusstühle, die ich zu einem irrwitzig günstigen Preis bekommen habe, weil ich zufällig ganz in der Früh an einem Flohmarkt vorbeiging. Die Schlafgewohnheiten von Kleinkindern müssen auch Vorteile haben.

Wie sieht dein persönlicher Soundtrack des Jahres aus, welche Songs haben dich durch 2016 begleitet?

Rommel-Bommel. Aramsamsam. Zehn kleine Zappelmänner. Obwohl Arlo schon zweieinhalb ist, mache ich immer noch beschämend selten Musik für mich an. Lemonade von Beyoncé war allerdings ein Kracher.

Wohin ging deine schönste Reise? Und welches Ziel steht für 2017 ganz oben auf deiner Liste?

Am schönsten war es, mit Eltern, Bruder und meinen zwei Jungs nach Sardinien zu reisen. Und für drei Tage allein nach London. Der Traum für 2017 ist New York – vielleicht ein Haustausch? Ganz sicher fahre ich im Sommer wieder ins Haus meiner Eltern nach Dänemark.

In welches Stück möchtest du 2017 investieren?

Ich fantasiere von einem Sideboard von Børge Mogensen (und werde stattdessen einen IKEA Hack selbst bauen).

... und was wird für 2017 auf jeden Fall aus dem Kleiderschrank aussortiert?

Besser: einsortiert. Es wird mal wieder Zeit für schönere Unterwäsche.

Wie sehen deine beruflichen Ziele für die nächste Zukunft aus?

Darauf fiel mir schon in Jobinterviews nie eine schlaue Antwort ein. Es hilft nicht gerade, dass ich schon lange mein eigener Chef bin und in Personalführung immer noch was lernen kann. Mein größtes Ziel ist also vielleicht, dass ich all die Ideen, die im Tagesgeschäft so oft unter den Tisch fallen, aufschreibe und mir die Zeit schaffe, welche davon zu verwirklichen.

Und was hast du dir persönlich vorgenommen? Was soll unbedingt so bleiben wie in 2016 – und was muss definitiv anders werden?

Es darf so unvorhersehbar weitergehen wie in 2016, weil auch in diesem Jahr vieles Gute erstmal eine Überraschung war. Ich würde in 2017 bloß echt gerne ein bisschen mehr pennen. Und weniger verpennen. Wenn ich aus 2016 ein Gefühl mitnehme, dann, dass es in Zeiten wie diesen darauf ankommt, Haltung zu zeigen, hinzuschauen und sich zu engagieren, wo und wann man kann. Ich habe diese Woche an die White Helmets gespendet und werde mir für 2017 eine Organisation oder ein Projekt suchen, das ich dauerhaft unterstütze.

Vielen Dank, liebe Marlene, für das Interview.

Kommentare

  1. Lieblingsstelle:
    Nicht erst eine Erfahrung in 2016, aber ich bin nachhaltig dankbar für die Mütter um mich herum, deren Nähe, Humor und Verständnis mir das Muttersein erleichtern.
    Das sage ich auch immer! Wer versucht uns Mütter da eigentlich immer zu destabilisieren?!? Ich lese so viel von Mutterbashing. Ich kenne das nicht und erlebe das nicht!

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