JOURlook: Oldie Proenza
“Ich habe nichts zum Anziehen” ist Quatsch, unwahr und doch: eine meiner am häufigsten verwendeten Floskeln. Ihr kennt das. Denn wie Barney schon sagte: “Neu ist immer besser”, wird unserem Gehirn vorgegaukelt, nur neue Klamotten könnten die gewünschte Befriedigung herstellen. Mehr Abwechslung, mehr Stoff für die Leser, meeeeehr irgendwas. Man sieht vor dem Schrank also den Wald vor lauter Bäumen nicht und das nervt mich. Deshalb miste ich häufig aus (der nächste Flohmarkt ist geplant) und überlege mehrmals, was ich wirklich brauche.
Umso mehr freute ich mich, wieder eine alte Bluse aus dem Schrank zu ziehen, die gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür ist, wieso es sich lohnt, auch in auffälligere Designerstücke zu investieren. Bald drei Jahre hat dieses Proenza-Schouler-Modell auf dem Buckel. Einst mit grosser Überwindung im net-a-porter-Sale geschossen und seither ordentlich zum Einsatz gekommen. Denn: Ich liebe Blusen, ich liebe Proenza, die Farben sind typisch für jedes Frühjahr und der Schnitt ist optimal – wenn alle Voraussetzungen für Langlebigkeit im Schrank gegeben sind, darf im Sale zugeschlagen werden.