2012 war gefühlsmäßig eine einzige Achterbahnfahrt und obwohl Journelles erst am 17. Oktober live ging, will ich mein Jahr mit euch Revue passieren lassen – schließlich ist auch ohne die eigene Website jede Menge geschehen. Insgesamt war es ein Jahr voller Liebe, und darum geht es doch am Ende.
Ich kann mich auf persönlicher Ebene sehr glücklich schätzen: Ich liebe seit vielen Jahren einen tollen Mann, habe eine starke und wunderbare Familie, die mich tatkräftig bei all meinen Entscheidungen unterstützt und ich bin, meinem Bauchgefühl folgend, zurück in einen Job gekehrt, der Herzblut und Leidenschaft verlangt. Das alles und viel Kopfzerbrechen resultierte in meiner Selbstständigkeit – ein großer Schritt, der sich innerhalb weniger Wochen als vollkommen richtig erwiesen hat. Gewisse Zukunftsängste werde ich wohl nie verlieren, aber es kann nur ein Gewinn sein, viel Neues zu lernen, andere Wege einzuschlagen und alte Pfade hinter sich zu lassen. 2012, du warst nicht immer einfach, aber: 2013 sieht verdammt gut aus.
Mein persönlicher Jahresrückblick:
JANUAR
Über Weihnachten und Neujahr war ich in Rio in Brasilien. Zuckerhut, Favelas, Kokosnüsse, viel Regen, beeindruckende Geschichten unseres Gastgebers und der Eindruck, dass sich viel getan hat in der Stadt. Modisch war neben Flipflops nicht viel zu holen, aber ich habe mir die Haare glätten lassen. Drei Monate keine Krause, eine Wohltat! Kann man hier auch machen lassen, kostet aber etwa das Fünffache.
Zurück in Berlin beginnt die Modewoche, die kaum einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Stockholm Fashion Week will auch nicht so recht begeistern. Dabei waren die Skandinavier doch sonst immer so zuverlässig, was neue Ideen anging.
FEBRUAR
Der Februar steht ganz im Zeichen von Hollywood – erst kommt auf der Launchparty von Interview Jake Gyllenhal, dann interviewe ich Charlotte Gainsbourg und bei Armani himmele ich Clive Owen an. Außerdem ging es für mich erstmals nach Los Angeles zu den Costume Design Awards. Clint Eastwood hielt eine Rede bei der Verleihung, Rooney Mara ist in Wirklichkeit eine Elfe und ich traf die Kostümdesignerin von meinem Lieblingsfilm „Drive“, die erzählte, wieso sexy Ryan die Baseballjacke mit Skorpion trägt. Ich bin sofort verliebt in die Stadt, mache um 6 Uhr morgens freiwillig Sport, ernähre mich von Detox-Säften, kriege die Haare wunderschön in der Drybar gemacht, starre Skaterboys am Venice Beach an und brülle auf den breiten Straßen mit dem schönsten Licht Hiphop-Songs im Leihwagen mit.
MÄRZ
Ein ruhiger und entspannter Monat mit lauter Freizeitaktivitäten. Zoo, Minigolf, Familie besuchen – und ich trage nichts anderes außer Turnschuhen mehr. Meine Füße danken es mir.
APRIL
Ostern verbringen wir auf der wunderschönen Insel Rügen, ich werde ein Jahr älter, meine instagram-Fotos erscheinen in der FAZ und ich tätige eine gute Investition in die Céline Triobag. Ich besuchte meine Schwester im schönen Brüssel und der Sommer klopft endlich an die Tür.
MAI
Ein Foto und Interview mit Marc Jacobs war gleich zu Monatsbeginn mein Highlight. Seine Aura ist der Wahnsinn – mich beeindruckt wirklich wenig, aber hier mutiere ich zum Riesenfan, das Foto beweist es. In Prag interviewe ich Woodkid, Hugo wird DER Lieblingsdrink, ich ziehe meine Carven-Sandalen gar nicht mehr aus und lasse es mir in Paris sehr gut gehen – nicht zuletzt bei den French Open, einem Riesenspektakel.
Ein Dreivierteljahr bin ich zu diesem Zeitpunkt ohne LesMads und bemerke, wie sich mein Geschmack gefestigt hat. Kein Druck mehr, täglich Neuheiten zu präsentieren – modisch gesehen fühle ich mich angekommen, investiere wesentlich mehr, aber verzichte gleichzeitig auf Spontankäufe und Dinge, die ich ohnehin nicht benötige. Mein Faible für skandinavische Labels ist weiterhin vorhanden, aber die Franzosen haben mich fortan komplett um die Finger gewickelt. Sandro, Maje, Carven, Céline, Isabel Marant: i’m in!
JUNI/JULI
Der Juni ist ein unnötiger, langer, zäher Monat mit Krankenhausaufenthalt und Krankschreibung, die sich bis in den Juli hineinzieht und ich daher die Berliner Modewoche verpasse. Zumindest reift in diesen Monaten meine Idee für Journelles. Bis ich den Namen habe, vergehen aber noch etliche Tage, ich muss meine Kündigung einreichen und mich ausgiebig mit meiner Zukunft beschäftigen. Entscheidungen, immer diese Entscheidungen!
AUGUST
Ein hübscher Sommermonat. Ich verbringe ein super Wochenende mit Fabian in Hamburg, zelebriere die Hochzeit einer guten Freundin, liebe das schöne Wetter und viel gutes Essen, gebe mich dem Kenzo-Labelhype hin, verbringe gute Stunden mit Kerstin, am See und auf Bootstouren. In jeder freien Minute plane ich fleißig Journelles und beginne die Arbeit mit meinem Webdesigner.
SEPTEMBER
Ein turbulenter Monat, ich drehe das H&M Life Video, wir finden endlich eine neue Wohnung, ich investiere in ein weiteres Céline-Modell, gebe hibbelig den Launch von Journelles bekannt, habe das erste große Fotoshooting mit Hoss Intropia, schreibe die ersten Texte, mache viele Bilder mit Sandra und kann den Start kaum erwarten – die Design- und Programmierarbeiten sind jedoch sehr zeitintensiv. Aber was muss, das muss.
OKTOBER
Launchmonat, Launchmonat! Das Team steht, die Marke ist eingetragen, der Businessplan fertig, wir ziehen um und im Wlan unserer neuen Nachbarn wird Journelles gelauncht. Die Resonanz macht mich unendlich glücklich: mehr als 210.000 Leser im ersten Monat! Es ist so schön, zurück zu sein.
NOVEMBER
Es wird viel fotografiert, zum Beispiel mit Anita Hass in Hamburg. Chanel und Karl go Berlin und meine Launchparty wird in jeder freien Minute geplant. Party Planning, ein Job für sich… dafür ist das Resultat großartig gewesen. Vielen Dank, dass ihr mit uns gefeiert habt!
DEZEMBER
Ich bin viel für eine Produktion unterwegs, über die ich noch nichts verraten darf, versuche alles unter einen Hut zu bekommen, lerne Neues und gehe an meine Grenzen. Schließlich geht es in den ersten echten Urlaub des Jahres: Ski foan im schönen Österreich. Ein wenig Kraft wurde getankt und 2013 kann kommen. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass es gut werden könnte. Sofern ihr an unserer Seite bleibt…
Und noch mehr Bilder:
Alle Fotos wurden auf meinem instagram-Account veröffentlicht.












... Mehr anzeigen