Auch wenn man in Paris sagt, dass die erste Kollektion eines neuen Designers nicht so richtig zählt (behauptet zumindest die französische TV-Moderatorin Mademoiselle Agnès): Die erste Kollektion von Hedi Slimane als Nachfolger von Stefano Pilati bei Yves Saint Laurent war wohl eine Ausnahme.
Schon im Vorfeld gab es Stress: Als Hedi Slimane das “Yves” aus dem Namen streicht, das Logo ändert und die Firmenzentrale von Paris nach Los Angeles verlegt, sind viele Fans entsetzt und kündigen einen Boykott an. Dann liefern sich Cathy Horyn, Mode-Kritikerin der New York Times, und Hedi Slimane auch noch einen öffentlichen Schlagabtausch. Horyn war sauer, weil Slimane, der sich nach seinem Weggang 2007 bei Dior Homme einen Namen als Fotograf gemacht hat, nicht zu der Show eingeladen hatte. Vor Jahren hatte Cathy Horyn nämlich geschrieben, dass nicht Hedi Slimane sondern Raf Simons die schmale Linie in der Männermode erfunden hatte.
Jetzt kommt die neue Saint-Laurent-Kollektion peu à peu in die Onlineshops und am kommenden Samstag, den 26. Januar, eröffnet die umgebaute Boutique auf dem Berliner Ku’damm. Jessie und ich waren gestern im KaDeWe, wo es Saint Laurent ebenfalls zu kaufen gibt, und haben uns schon mal die Accessoires aus der Nähe angeschaut. Boykott? Wir waren begeistert. Insbesondere das Taschenmodell “Lauren”, ein Wende-Shopper aus Wild-und Glattleder, hat uns gefallen – was allerdings daran liegen kann, das wir Céline-Fans sind und der Look der Taschen sich ähnelt. Auch die schlichten Portemonnaies und Clutches mit Kettenhenkel sind toll, ebenso wie die spitzen Ankle Boots, Pumps und Nieten-Sandalen, ganz zu schweigen von den Schmuckstücken. Eine Kollektions-Übersicht gibt es hier.
Mein Zwischenfazit: In meinen Augen hat Saint Laurent das Makeover gut getan. Es gibt sowohl die für Hedi Slimane typischen Skinny Jeans, Lederjacken und sogar ein streetsmartes Sweatshirt, als auch eine Interpretation von Yves Saint Laurents berühmten Smoking für die Frau (“Le Smoking”). Auch wenn der Look rockiger ist, entspricht die Kollektion dem “Code” des Modehauses wie Pierre Bergé, langjähriger Partner von Yves Saint Laurent, befand.
Die neue Saint-Laurent-Frau ist also eher eine Gwen Stefani, die übrigens auf dem Januar-Cover der amerikanischen Vogue einen Hut, weiße Bluse mit schwarzer Schleife, goldene Paillettenjacke (siehe Anzeigenmotiv) und eine schwarze Hose aus der Kollektion trägt, als eine Catherine Deneuve.
Hier unsere Traumstücke aus den Onlineshops:
- Graues Sweatshirt mit Ripsbändern (425 Euro) via Net-A-Porter
- Weiße Pussy Bow Bluse aus Seide (ca. 1.330 Euro) via Matches Fashion
- Schwarzes Shift Kleid mit Polka Dot Einsatz (ca. 1.640 Euro) via Matches Fashion (trug schon Kate Moss!)
- Schwarze Skinny Jeans made in Japan (295 Euro) via Colette
- Fedora Hut (695 Euro) via Luisa via Roma
- Spitze Ankle Boots aus Wildleder (725 Euro) via Net-A-Porter
- Schleifenkragen aus Seide und Leder (250 Euro) via Luisa via Roma
- Rote Wendetasche “Lauren” aus Wildleder und Leder (ca. 1.195 Euro) via Colette
- Beige Wildleder Clutch “Betty” mit Kettenhenkel (ca. 1.450 USD) via Ssense
- Metall-Armreif mit Schlangenhaut-Dekor (ca. 995 USD) via Ssense

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