In Kopenhagen habe ich letzte Woche dem B56-Store einen Besuch abgestattet, um die Mitgründerin Stephanie Gundelach, bekannt durch das Blog Anywho, zu interviewen. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie inmitten des Galerienviertels und um die Ecke von Schloß Amalienborg  in der Bredgade 56 einen kleinen entzückenden Laden eröffnet. Das Markenportfolio: Anne Sofie Madsen, Altewai.Saome, Carin Wester, Opening Ceremony, Stine Goya, Swash, Trine Tuxen, Wackerhaus oder Wood Wood.

Die 26-jährige hat Designtechnologie an der KEA studiert, kümmert sich in ihrer Position als Kreativdirektor um den gesamten Einkauf und arbeitet nebenher als Stylistin, momentan für die dänische Sängerin Pernille Rosendahl. Ihr Blog, das sie gemeinsam mit Elise und Ingrid führt, wird momentan kaum mehr bestückt – wie es dazu kam und wie ihr Alltag aussieht, erzählt sie im Karriere-Interview. Und es gibt natürlich jede Menge Bilder aus ihrem Shop.

Hej liebe Stephanie! Beginnen wir ganz am Anfang, wann habt ihr Anywho gegründet? 

Wir haben 2008 aus Spaß damit begonnen. Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Blogs in Dänemark, daher wurde Anywho innerhalb von sechs Monaten zum grössten Modeblog des Landes.

Wie müssen wir uns die dänische Blogosphäre heute vorstellen?

Es hat sich unheimlich viel verändert in den letzten fünf Jahren. Heute hat fast jedes Mädchen ein Blog.

Genau wie in Deutschland. Nach 6 Monaten wart ihr bereits also so groß, dass ihr zu dritt von der Seite leben konntet?

Ja, Anywho war ein Jahr lang unser Fulltimejob und wir konnten in der Zeit davon leben. Dann kam jedoch die Finanzkrise, es wurden kaum noch Anzeigen geschaltet. Also haben wir andere Projekte gestartet, darunter unser Label BRICS. Heute haben wir aber alle drei andere Fulltimejobs. (Anm.d.Redaktion: Elise zum Beispiel arbeitet im Designteam von Stine Goya).

Wenn der Fokus nicht mehr auf dem Blog liegt, sinken leider auch auch die Besucherzahlen, oder?

Ja, wir haben etwa 40.000 unique visitors im Monat. Wir hatten mal wesentlich mehr, aber wenn man nicht so effizient bloggt, verliert man leider viele Leser. Deshalb relaunchen wir Anywho im März mit einem neuen Layout und einem richtig coolen Team aus Bloggern, yay!

Schön, dass ihr “zurück kehrt”! Was denkst du, wird euren Blog wieder erfolgreicher machen?

Ich glaube, dass wir vom ersten Tag an unseren ganz eigenen Stil hatten und immer sehr kritisch mit unserem Content umgegangen sind. Außerdem haben wir uns ständig weiterentwickelt mit neuen Projekten wie BRICS, MarchéMarché, B56… und nun kommt noch ein ganz neues geheimes Projekt hinzu, das im Frühjahr launcht.

 

 

Wie kam es zu B56?

Ich habe nie geplant, einen eigenen Shop zu eröffnen. Meine Mutter hatte 15 Jahre lang einen Einrichtungsladen, doch 2011 fegte ein schlimmer Sturm über Kopenhagen, der viele Keller unter Wasser gesetzt hat. Meine Mutter hat alles verloren. Ich erinnere mich noch, wie sie mich anrief, als ich New York war. Da kam mir die Idee, etwas Neues mit dem Laden zu machen. Acht Monate später, im März 2012, haben wir B56 eröffnet und den Onlineshop gleich hinterher.

Und dort kümmerst du dich eigenständig um den Einkauf. Was ist die grösste Herausforderung?

Die Größen und die Mengen. Es ist so schwierig zu wissen, wie viele Größen man bestellen muss, besonders bei Schuhen. Eine Größe ist bei uns immer ausverkauft und die anderen bleiben übrig. Aber ich lerne ja noch…

Wie läuft der Onlineshop?

Ich bin sehr glücklich damit. Ich habe sehr viel Energie in das Layout und die Bilder gesteckt – die Farbübereinstimmung, das Packaging, die Looks, der Newsletter und das gesamte Shoppingerlebnis muss sitzen. Es macht Spaß zu sehen, dass die Zahl der Onlinekäufer immer weiter zunimmt. Wir haben übrigens viele deutsche Kunden!

 Wie wichtig ist Anywho für den Onlineshop? 

Unheimlich wichtig. Ich glaube, wir hätten den Store nicht eröffnet, wenn er nicht auch automatisch Teil von Anywho gewesen wäre.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich in Kopenhagen aus?

Gottseidank habe ich keinen typischen Arbeitstag! Die Vielfalt macht es so spannend. Entweder ich mache einen Stylingjob, shoote Packshots für den Laden oder arbeite an dem Blog und dem neuen Projekt. Im Laden selbst bin ich kaum, den Teil macht meine Mutter. Wenn ich reise, kaufe ich die neuen Kollektionen für B56 ein und besuche Modenschauen für unser Blog.

Welche Marke wird 2013 besonders gut bei euch gehen?

Ich glaube an die dänische Schmuckdesignerin Trine Truxen. Sie ist unheimlich süß und talentiert und ihr Schmuck verkauft sich sehr gut.

 

Eindrücke aus dem Store:

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Kommentare

7 Gedanken zu “Karriere-Interview und Store-Besuch: Stephanie Gundelach vom Kopenhagener Store B56

  1. sehr schön. hast du für copenhagen noch ein paar weitere shopping tipps? oder kulinarische highlights … ich werde dort im märz mit einer freundin ihren geburtstag feiern und wäre für schöne tipps dankbar.

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