Karlotta Wilde hat die schönste Lederjacke entworfen, die ich jemals besessen habe! Die Hamburgerin gehört zu meinen liebsten deutschen Designerinnen und so haben wir uns auch kennengelernt: Für ein Interview besuchte ich sie vor einigen Saisons in ihrem Atelier. Seither hat sich viel getan; sie hat den Premium Young Designer Award gewonnen, bei der Berliner Modewoche präsentiert und einen festen Kundenkreis. Leicht ist es dennoch nicht immer; für das eigene Label benötigt man Durchhaltevermögen und Biss. Beides besitzt Karlotta, stelle ich bei einem morgendlichen Kaffee im Café Bondi in Mitte fest, bevor wir in ihrer um die Ecke liegenden Altbauwohnung das kleine Shooting beginnen. Ihren guten Geschmack beweist Karlotta auch zuhause – hier geht es zu unserem Interview und den Bildern!
Liebe Karlotta, was war stilprägend für die Einrichtung Deiner Wohnung?
Als ich nach Berlin gezogen bin hatte ich nicht mal Messer und Gabel, da ich nach dem Studium zwei Jahre nur von A nach B gehüpft bin und meine komplett eingerichtete Wohnung meinem jüngeren Bruder überlassen habe.
Was gut war, denn somit konnte ich die klassischen Ikea-Studenten-Sets bestehend aus Billy Regal und Ektorp Sofa hinter mir lassen. Aus Geldmangel wurden ein paar Möbel aus dem Keller meiner Eltern geholt und aufgearbeitet, wie z.B der Küchen- und Couchtisch. Die Wohnung war recht lang schwarz/weiß und sehr puristisch. Nach und nach kamen dann erst die Accessoires, wie Kissen oder Lampen dazu. Ich hatte bei der Einrichtung keinerlei Konzept, sondern habe einfach nach und nach Dinge gekauft, die mir gefallen haben. Dann entwickelt sich von ganz allein ein persönlicher Stil!
Deine Top5-Adressen für die Einrichtung?
- Die Wäscherei in Hamburg. Da habe ich das Sofa, die Lampe im Wohnzimmer, Vasen und anderes Dekozeugs her.
- Der Keller oder Dachboden der Eltern: immer wieder erstaunlich was da unten oder oben einstaubt. Mit der Truhe im Wohnzimmer z.B ist mein Vater noch nach Amerika gereist und dem Tisch in der Küche sieht man durch den Lack das schicke helle Eichenholz nicht mehr an.
- Sluiz auf Ibiza für buntes Geschirr und Kissen.
- Chairs in der Fehrbelliner Straße in Berlin. Da habe ich die Stühle rund um meinen Küchentisch her.
- Flamant in Hamburg.
Wo kaufst du am liebsten online Möbel und Wohnaccessoires?
Online kaufe ich eigentlich nur Accessoires. Die dann meist bei zarahome.de, maisondumonde.com oder mirabeau.de.
Das nächste Wohnprojekt, das du angehen willst?
Den Wandteppich rahmen lassen und aufhängen (siehe Headerfoto)!! Dafür brauche ich nur noch einen Sponsor.
Wie ist Dein Kleiderschrank sortiert?
Meistens gar nicht. Nach einem Aufräumrappel nach Farben und “Produktgruppen”. Hält so circa einen Tag.

Du hast ein Faible für Gürtel – wo kauft man die am besten?
Die schönsten Gürtel finde ich entweder in Vintage-Läden oder bei Rita Budimir Hamburg. Ich LIEBE diesen Laden. Auch mein Hund Wilma trägt ein Halsband von ihr.

Als Designerin könntest du dir theoretisch alles selbst schneidern – wie ist das bei dir?
Ja, das denken immer alle. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal etwas für mich genäht habe! Obwohl ich es mir immer wieder vornehme, fehlt mir dann doch irgendwie die Muße.
Du kleidest dich gern und viel Schwarz, deine Wohnung ist aber das Gegenteil. Wie kommt’s?
Genau wie bei meiner Kleidung lege ich in Zuhause wahnsinnig viel Wert auf Gemütlichkeit. Eine Wohnung muss warm und einladend sein, genauso wie man sich in einer Klamotte sofort wohl fühlen muss.
Wie gesagt, waren meine vier Wände am Anfang auch eher leer und in schwarz und weiß gehalten. Dann haben sich so nach und nach die Farben eingeschlichen. Es schlummern wohl mehrere Stile in mir… Am liebsten hätte ich viele, viele Zimmer, die ich allesamt anders einrichten könnte.
Deine drei liebsten Beautyprodukte?
- Die Gesichtspflege von La Mer: Ein Geschenk von meiner Omi, die höchstwahrscheinlich von der Drogerieverkäuferin zu der Größe überredet und total übers Ohr gehauen wurde…
- Dr. Hauschka Tonicum: erfrischend und gut riechend.
- Mein Parfum: Ich war fast 10 Jahre Flower von Kenzo treu. Ja, und dann kam Prada um die Ecke.
Mehr über die fotografierten Lieblingsteile:
Meine Mutter hat leider nicht viele Klamotten aufbewahrt, aber die braune Wildlederjacke aus den 70ern hat es Gott sei Dank geschafft. Ich habe sie schon zig Male verloren und sie ist immer wieder aufgetaucht.
Das mintfarbene Kleid aus meiner ersten Kollektion ist meine Hochzeitsallzweckwaffe. So ramponiert sieht es auch mittlerweile aus.. Ich fühle mich so wohl in dem Kleid, dass ich es tagelang tragen könnte.
Das weiße T-Shirt begleitet mich seit ungefähr 10 Jahren. Ich werde es irgendwann rahmen lassen wenn es total auseinander fällt, so sehr liebe ich es.
Den schwarzen Rock aus meiner letzten Spring/Summer Kollektion ist eines meiner Lieblingsteile. Im ersten Moment fragt man sich wann man das Ding anziehen soll und dann sieht er doch zu allem gut aus – wie z.B. zu dem Pullover mit dem Katzenmotiv. Den habe ich mir vor 3 Jahren irgendwo gekauft und noch nicht einmal angehabt. Ich habe ihn gerade erst wieder entdeckt und lieben gelernt.
Lieben Dank und viel Erfolg weiterhin, Karlotta!






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