Die Spanier tragen in der Silvesternacht rote Unterwäsche, die Brasilianer “All White” und ich, ich trage mein “Omi-auf-dem-Kreuzfahrtschiff”-Kleid. Und zwar nicht zum ersten, sondern bereits zum dritten Mal. Einen nostalgischen Grund gibt es nicht – ich glaube weder, dass das Jahr so gut wird wie die Silvesternacht, noch ist mir das Kleid vererbt oder geschenkt werden. Vielleicht trage ich die Glitzertransparenzexplosion auch nur, weil es sonst nie einen anderen Anlass dafür gibt, und das soll hier der springende Punkt sein: Die Silvesterkleidsuche ist absolut überbewertet.
Kein anderes Thema beschäftigt viele meiner Freundinnen in den letzten Tagen des Jahres. Was ziehe ich an Silvester nur an? Es soll festlich, schick, nicht zu kalt, böllerfreundlich, bequem, beeindruckend, erinnerungswürdig sein. Ein Ding der Unmöglichkeit. Ich rate daher immer zu Kleidern/Kombinationen, die man schon besitzt und nur zu wenigen Anlässen getragen werden können. Denn wenn man sich in den Untiefen seines Kleiderschrankes umsieht, wird dort nicht nur eine Variante hängen. Vielleicht ist es das Kleid von einer vergangenen Hochzeit? Das gewagte Abendkleid für eine Party, das man sich dann doch nicht getraut hat, anzuziehen? Oder einfach das Kleid der letzten Silvesternacht? (Ha, einfach!) Wer sich selbst den Druck für den perfekten Look nimmt, wird den Abend viel eher geniessen können. Ist ja schliesslich nur eine weitere Nacht.

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